APA - Austria Presse Agentur

US-Städte rüsten sich gegen Coronavirus

Auf der ganzen Welt rüsten sich Länder gegen die um sich greifende Coronavirus-Pandemie.

In den USA schränkt New York das öffentliche Leben ein, in Las Vegas schließen einige Hotels und Casinos. China und Südkorea können bei Neuinfektionen weiterhin auf positive Zahlen verweisen, allerdings steigt in den beiden Ländern die Sorge davor, dass infizierte Personen aus dem Ausland einreisen könnten.

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Der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio lässt ab Dienstag Geschäfte, Restaurants, Theater und Kinos schließen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Restaurants, Bars oder Cafes könnten weiterhin Lieferservice oder Take-away anbieten, so der Bürgermeister.

Mehr als 50.000 Restaurants in New York sind davon betroffen. Nach Angaben der National Restaurant Association erwirtschaften diese einen Jahresumsatz von mehr als 51 Milliarden Dollar (45,93 Mrd. Euro) und beschäftigen mehr als 800.000 Mitarbeiter.

Auch öffentliche Schulen sollen geschlossen werden. "Ich bin sehr, sehr besorgt, dass wir eine rapide Ausbreitung dieser Krankheit sehen werden, und es ist Zeit, drastischere Maßnahmen zu ergreifen", sagte Bürgermeister Bill de Blasio am Sonntag bei einer Pressekonferenz.

"Es ist eine Entscheidung, die ich ohne Freude und mit viel Schmerz getroffen habe." Die Schulen sollen frühestens am 20. April wieder eröffnen, möglicherweise aber auch gar nicht mehr in diesem Schuljahr.

Zuvor hatten im Großraum New York schon vereinzelt Schulen geschlossen, landesweit haben auch schon in einigen ganzen US-Staaten wie Ohio die Schulen zu. Die Millionenmetropole New York aber hat mit rund 1,1 Millionen Kindern und Jugendlichen das mit Abstand größte öffentliche Schulsystem des Landes. Zudem gelten rund 114.000 Schüler als obdachlos, sie und auch viele andere bekommen häufig all ihre Mahlzeiten und medizinische Betreuung von der Schule. Dafür und beispielsweise für die Kinder von Eltern mit für die Stadt "essenziellen Jobs" wie Krankenpflegern und Ärzten solle ein Notfallplan organisiert werden.

In Las Vegas setzen die Luxus-Hotels und Casinos "Wynn" und "Encore" den Betrieb ab Dienstagabend (Ortszeit) für zwei Wochen aus. Danach würde das Unternehmen die Situation neu bewerten, teilte der Betreiber Wynn Resorts mit. Eine begrenzte Anzahl von Mitarbeitern und Führungskräften verbleibe in den Hotels, um die Anlage zu sichern und zu erhalten. Das Unternehmen gibt an, alle Vollzeitmitarbeiter während der vorübergehenden Schließung weiter zu bezahlen.

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Auch MGM Resorts stellt den Betrieb seiner Hotels und Casinos in Las Vegas bis auf weiteres ein. Der Casinobetrieb werde diesen Montag geschlossen, gefolgt vom Hotelbetrieb, erklärt Jim Murren, Chef der MGM Gruppe. "Dies ist eine Zeit der Unsicherheit in unserem Land und auf der ganzen Welt, und wir alle müssen unseren Teil dazu beitragen, die Ausbreitung dieses Virus einzudämmen. Wir planen, unsere Resorts wieder zu öffnen, sobald es sicher ist, und wir werden unsere Mitarbeiter, Gäste in jeder erdenklichen Weise während dieser Zeit unterstützen." MGM Resorts nimmt aktuell keine Reservierungen für Ankünfte vor dem 1. Mai entgegen.

US-Präsident Donald Trump rief indes seine Landsleute dazu auf, von Panikkäufen wegen der Ausbreitung des Coronavirus abzusehen. Trump sagte am Sonntagabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus nach einer Telefonschaltung mit Chefs großer Handelsketten an die Adresse der US-Bürger: "Sie müssen nicht so viel kaufen. Nur keine Hektik, entspannen Sie sich einfach."

Seine Gesprächspartner hätten ihm zugesagt, die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Sie würden ihre Geschäfte während der Krise offenhalten.

Trump sagte, die Menschen kauften derzeit "drei bis fünf Mal so viel, wie sie normalerweise einkaufen würden". Als Reaktion darauf würden Supermärkte ihre Lager deswegen in einem Ausmaß auffüllen, das jenes für das Weihnachtsgeschäft übersteigen werde. Trump betonte: "Es gibt für niemanden im Land die Notwendigkeit, Grundnahrungsmittel zu horten." Seine Gesprächspartner hätten ihn gebeten, den US-Amerikanern auszurichten, dass sie "bitte ein bisschen weniger kaufen" sollten.

In den USA gibt es - wie auch in anderen von dem Virus betroffenen Ländern - einen Run auf Klopapier, Desinfektionsmittel, haltbare Lebensmittel wie Nudeln sowie Wasser. Vor manchen Supermärkten bildeten sich in den vergangenen Tagen lange Schlangen. Einige Geschäfte begrenzen den Verkauf von Waren, die wegen der Ausbreitung des Coronavirus besonders gefragt sind, auf eine bestimmte Stückzahl.

In China bleibt die Zahl der neuen Corona-Infektionen laut offiziellen Zahlen auf niedrigem Niveau. Jedoch steigt die Sorge vor Erkrankten, die aus dem Ausland einreisen. Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Montag mitteilte, gab es landesweit 14 weitere Todesfälle und 16 neue Infektionen mit der Lungenkrankheit Covid-19. Dabei handelte es sich in zwölf Fällen um Menschen, die nach ihrer Einreise nach China diagnostiziert und somit in der offiziellen Statistik als "importierte Fälle" geführt werden.

Die Hauptstadt Peking verschärfte ihre Quarantänemaßnahmen für Reisende aus anderen Staaten. Seit Montag müssen alle Passagiere, die aus dem Ausland am internationalen Flughafen ankommen, für zwei Wochen zur Beobachtung in Quarantänezentren. Zuvor war auch eine Quarantäne in Hotels oder zuhause möglich.

Seit Beginn der Epidemie im Dezember haben sich nach der offiziellen Statistik insgesamt 80.860 Menschen in Festlandchina mit dem neuen Coronavirus infiziert. Mehr als 65.000 haben die Krankenhäuser wieder verlassen. 3.213 Tote sind bisher in der Volksrepublik zu beklagen.

Die Gesundheitsbehörde hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass China den Höhepunkt der Coronavirus-Ausbreitung überschritten habe. Inwieweit die offizielle Statistik die wahre Lage widerspiegelt und wie hoch die Dunkelziffer nicht erfasster Fälle ist, ist jedoch unklar.

Die Zahl der täglich erfassten Corona-Infektionen in Südkorea ging unterdessen weiter zurück. Doch äußerten auch die südkoreanischen Gesundheitsbehörden am Montag angesichts der raschen Ausbreitung des Coronavirus weltweit ihre zunehmende Sorge, dass infizierte Menschen aus dem Ausland einreisen könnten. Auch lokale Häufungen von Infektionen im Land selbst stellen demnach weiter ein erhöhtes Risiko dar.

Am Sonntag wurden den offiziellen Angaben zufolge 74 Neuinfektionen festgestellt. Schon am Samstag war die Zahl zum ersten Mal seit mehr als drei Wochen auf unter 100 zurückgegangen. Die Gesamtzahl der bisher bestätigten Fälle stieg auf 8.236. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus lag weiterhin bei 75.

Mehr als 80 Prozent aller erfassten Infektionen in Südkorea entfallen auf Daegu und die umliegende Region. Auch die meisten Neuinfektionen wurden wieder dort gemeldet. Die größte Häufung im Land gibt es unter Anhängern der christlichen Sekte Shincheonji-Kirche Jesu, die in Daegu stark vertreten ist und auch Verbindungen nach China hat.

Kleinere Häufungen traten jedoch zuletzt in anderen Regionen auf, darunter unter Mitarbeitern eines Callcenters im Südwesten von Seoul sowie unter Mitgliedern einer Gemeindekirche im südlich der Hauptstadt gelegenen Seongnam.

Südkorea dehnte unterdessen seine verstärkten Einreisekontrollen zur Identifizierung erkrankter Reisender auf alle Teile Europas aus.

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