APA - Austria Presse Agentur

Vapiano schafft auch in Deutschland Comeback

Die neue Investorengruppe der schwer angeschlagenen Pizza- und Pastakette Vapiano will spätestens ab August wieder 30 Restaurants in Deutschland öffnen. Vapiano solle kleiner, aber schlagkräftiger werden, erklärte der ehemalige Vapiano-Vorstand, der Österreicher Mario C. Bauer, der nun das Investorenkonsortium anführt, im Interview mit der "Wirtschaftswoche".

In Österreich haben bereits alle Restaurants wieder offen. Hierzulande schnappte sich der Gastro-Unternehmer Josef Donhauser, der unter anderem für die Bordverpflegung in den ÖBB-Railjets verantwortlich ist, Vapiano. Er führt zwölf Restaurants weiter, vier wurden geschlossen.

Das operative Geschäft in Deutschland soll unterdessen der Gastronomieunternehmer Delf Neumann übernehmen. Neumann will die Restaurants schnellstmöglich wieder eröffnen, spätestens ab August, hieß es weiter. Auch mit den Franchisepartnern, die aktuell 25 Restaurants haben, wolle er weiter zusammenarbeiten.

Bauer zufolge laufen derzeit noch Verhandlungen über die Zukunft von Vapiano. "Wie viele Restaurants am Ende unter dem Namen Vapiano weitermachen, ist heute noch nicht absehbar", sagte Bauer. Er gehe von 140 bis 160 Standorten aus. Die mögliche Schwankungsbreite sei aber noch sehr hoch. Er sei jedoch davon überzeugt, "dass die Marke ein Comeback schaffen wird".

Die Vapiano SE hatte Anfang April beim Amtsgericht Köln einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wegen Zahlungsunfähigkeit gestellt. Die Auswirkungen der Coronakrise waren für das ohnehin rote Zahlen schreibende Unternehmen zu viel. Ende April hatte Vapiano das Geschäft zum Verkauf gestellt. Dabei wurde sowohl ein Verkauf des gesamten weltweiten Geschäfts der Gruppe als auch nur einzelner Restaurant-Portfolios und Vermögenswerte in Erwägung gezogen. Insgesamt sind bei der Vapiano SE und den ebenfalls in vorläufigen Insolvenzverfahren befindlichen operativen Tochtergesellschaften in Deutschland mehr als 2.500 Mitarbeiter beschäftigt.

Infolge der Pleite in Deutschland und der Coronakrise musste das Unternehmen auch in Österreich Insolvenz anmelden. Anfang Mai hatte ÖBB-Caterer Donhauser bekannt gegeben, die Kette zu übernehmen.