APA - Austria Presse Agentur

Vatikan bekam auch finanziell die Coronapandemie zu spüren

Die Wirtschaftsbilanz des Vatikan im Coronajahr 2020 fällt ernüchternd aus.

Deutliche Einbrüche wurden bei den Finanzanlagen mit einem Minus von 51,8 Mio. Euro verzeichnet. Auch das außerordentliche Ergebnis war um 17,8 Mio. Euro niedriger, gab Juan Antonio Guerrero Alves, Wirtschaftspräfekt im Vatikan, an. Zum Vergleich: Das Defizit von 2019 belief sich auf 11,1 Mio. Euro, jenes im Corona-Jahr 2020 auf 66,3 Mio. Euro.

Das ordentliche Defizit sei um 14,4 Mio. Euro niedriger als im Vorjahr - 64,8 Mio. Euro im Jahr 2020 gegenüber 79,2 Mio.

Euro im Jahr 2019, so der spanische Jesuit, den Papst Franziskus 2018 zum Präfekten des Wirtschaftssekretariats und damit zum obersten Finanzchef der Kurie bestellte, im Interview mit "Vatican News" am Samstag.

Für dich ausgesucht

Guerrero stellte klar, dass diese Zahlen ausschließlich den Heiligen Stuhl - die Römische Kurie - betreffen. Darüber hinaus haben der Vatikanstaat, das Geldinstitut IOR und eine Reihe weiterer Einrichtungen eigene Bilanzen, so etwa vatikanische Stiftungen, Krankenhäuser, der Pensionsfonds, der Gesundheitsdienst und andere.

"Wenn wir alle Einrichtungen zusammenfassen würden, wäre das Bild noch etwas schlechter, weil die Einrichtungen des Heiligen Stuhls nicht gewinnorientiert sind", erklärte Guerrero.

Auch beim Peterspfennig, der Spende von Gläubigen weltweit zugunsten der Sendung des Papstes, tat sich eine Negativ-Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben aus. 44 Mio. Euro an Spenden kamen im Zug des Peterspfennigs letztes Jahr herein, aber 62 Mio. wurden ausgegeben.

Davon flossen nach Angaben Guerreros 12 Mio. Euro direkt in Projekte in arme Länder.

Die 18 Mio. Differenz beim Peterspfennig habe man durch einen Rückgriff auf vorhandenes Vermögen ausgeglichen. Fast unverändert blieben im Corona-Jahr die übrigen Spenden und Zuwendungen, unter anderem der Diözesen, an den Vatikan.

Insgesamt haben sich die Einnahmen im Coronajahr 2020 um 58,5 Mio. Euro verringert, sagte Guerrero. Er führte dies auf den Rückgang von Besuchern und die allgemeine wirtschaftliche Weltlage zurück.