APA - Austria Presse Agentur

VCÖ-Mobilitätspreis an Vorarlberger Gemeinde Göfis verliehen

Die Vorarlberger Gemeinde Göfis ist der diesjährige Gesamtsieger des VCÖ-Mobilitätspreises Österreich. Klimaschutzministerin Leonore Gewessler, VCÖ und ÖBB haben am Donnerstagabend zwölf weitere Projekte ausgezeichnet. Insgesamt waren 385 Projekte für den Preis eingereicht worden. Prämiert wurden unter anderem auch die Uni Klagenfurt, Carsharing Tirol 3050 sowie das Bahnreisebüro Traivelling.

Der Verkehr in Österreich verursachte im Vorjahr mit 24,2 Millionen Tonnen um 10,4 Millionen Tonnen mehr Treibhausgase als im Jahr 1990. "Die Zunahme des Verkehrs hat die Einsparungen der anderen Sektoren wieder zunichtegemacht. Den Verkehr auf Klimakurs zu bringen ist eine ökologische und auch ökonomische Notwendigkeit", sagte VCÖ-Geschäftsführer Willi Nowak.

"Verkehr auf Klimakurs bringen" war das Motto des VCÖ-Mobilitätspreises 2020, der vom VCÖ in Kooperation mit dem Klimaschutzministerium und den ÖBB durchgeführt wird. Die Anzahl der Einreichungen war trotz Covid-19-Pandemie mit 385 Projekten und Konzepten sehr hoch.

Gesamtsieger und Gewinner der Kategorie Raumordnung beim VCÖ-Mobilitätspreis 2020 ist die Vorarlberger Gemeinde Göfis (Bezirk Feldkirch). Göfis hat aus dem mit Autos zugestellten Dorfplatz ein belebtes Ortszentrum gemacht. Es gibt jetzt ein Lebensmittelgeschäft, eine Bäckerei, einen Friseur, eine Bücherei und ein Reparatur-Cafe. Die Bevölkerung kann zu Fuß oder mit dem Fahrrad in den Ort kommen, Einkäufe erledigen, Autofahrten werden vermieden, die Dorfgemeinschaft gestärkt.

Gewinnerin der Kategorie "Barrierefreie und inklusive Mobilität" ist Jugend am Werk: Sozial Raum für das Projekt "Mobilitätstraining für Menschen mit (Lern-)Behinderung". Die Kategorie "Mobility as a Service - Sharing" geht an "Carsharing Tirol 2050" des Verkehrsverbunds Tirol. Mit der Öffi-Jahreskarte kann für einen Aufpreis von nur 100 Euro auch das Carsharing-Angebot in 21 Tiroler Gemeinden genutzt werden.

Ausgezeichnet wurde auch die Universität Klagenfurt für ihren innovativen Anreiz zum Umstieg auf den Öffentlichen Verkehr. Wenn Beschäftigte im Bus oder im Zug am Weg zur Arbeit oder von der Arbeit nach Hause arbeiten, dann gilt die Fahrzeit in den Öffis als Arbeitszeit. Damit wird der Öffentliche Verkehr auch für jene attraktiv, die mit dem Auto schneller wären.

In der Kategorie "Digitalisierung" wurden das steirische Unternehmen PJ Monitoring für das Projekt Waggon Tracker ausgezeichnet, das deutliche Verbesserungen im Schienengüterverkehr bringt sowie das Austrian Institute of Technology (AIT) für InFraRed einer Digitale Planungsplattform für integrierte Städteplanung. Prämiert wurde auch das E-Bus-Kompetenzzentrum der Wiener Linien in Siebenhirten.

Die Kategorie "Güterverkehr" gewann das Kooperationsprojekt "Nachhaltige Logistik 2030 + Niederösterreich Wien" vom Land Niederösterreich, Stadt Wien sowie Wirtschaftskammer Wien und NÖ. Der Sieg in der Kategorie "Internationale Projekte" beim VCÖ-Mobilitätspreis 2020 ging nach Bremen für das Fahrradmodellquartier, Deutschlands 1. Fahrradzone. Bremen hat einen Radverkehrsanteil von 25 Prozent. Die Fahrradzone umfasst ein ganzes Wohnviertel mit acht Straßen, wo das Fahrrad Vorrang hat.

Die weiteren Gewinnerinnen und Gewinner beim VCÖ-Mobilitätspreis: Die Stadt Bregenz wurde für ihr Fuß- und Radverkehrskonzept ausgezeichnet, der 20-jährige Elias Bohun für das Startup "Traivelling", bei dem Bahnreisen in und außerhalb Europas einfach gebucht werden können. Prämiert wurden auch die neuen Tages- und Nachtreisezüge der ÖBB-Personenverkehr AG sowie das Projekt SUPERBE des Projektkonsortiums TU-Wien, AIT und lorenz consult, bei dem die Umsetzung des aus Barcelona stammenden Superblock Konzepts für österreichische Städte untersucht wurde.

Die Fachjury des VCÖ-Mobilitätspreises Österreich bestand aus 59 Expertinnen und Experten, die aufgeteilt in zwölf Kategorien die Projekte bewerteten. Die Top-Fünf-Projekte je Kategorie konnten über ein Online-Publikumsvoting Zusatzpunkte erhalten.