APA - Austria Presse Agentur

Venedig und Mestre bleiben vereint - Referendum gescheitert

Venedig und Mestre bleiben vereint. Ein Referendum zur Trennung der Lagunenstadt vom Festland scheiterte am Sonntag am nötigen Quorum von 50 Prozent. Lediglich 21,7 Prozent der 206.553 Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab. Von den abgegebenen Stimmen waren 66 Prozent Ja-Stimmen. In der Stadt Venedig war die Beteiligung höher als auf dem Festland, teilte die Gemeinde mit.

Es war bereits das fünfte Referendum in 40 Jahren über die Trennung zwischen Venedig und Mestre, das scheiterte. Gegen die Trennung hatte sich der Bürgermeister von Venedig, Luigi Brugnaro, ausgesprochen. Er hatte die Wähler zur Stimmenenthaltung aufgerufen, um die Volksbefragung scheitern zu lassen.

Für die Trennung hatte die rechte Lega, autonomistische Bewegungen und die populistische Fünf-Sterne-Bewegung geworben. Die Demokratische Partei (PD) und die Forza Italia um Ex-Premier Silvio Berlusconi sprachen sich dagegen aus. Die Befürworter der Trennung in zwei Gemeinden sind der Meinung, dass dadurch der Bürgermeister von Venedig sich ausschließlich auf die Bedürfnisse der Lagunenstadt, die ganz anders als jene von Mestre und Umgebung seien, konzentrieren könnte. Nur ein Bürgermeister, der ganz auf Venedig konzentriert sei, könne die Stadt vor Hochwasser, Massentourismus und der Einwohnerflucht retten, so die Argumentation.

Mestre und Venedig waren bis 1926 zwei getrennte Gemeinden, bis der faschistische Diktator Benito Mussolini die beiden Städte miteinander vereinte. Damals war Mestre jedoch fast noch ein Dorf. Zwei von drei Venezianern leben mittlerweile auf dem Festland, gut 200.000 allein in der Industriestadt Mestre und Umgebung. Die Einwohnerzahl in Venedig ist dagegen seit Jahrzehnten rückläufig und seit 1952 von 175.000 auf unter 55.000 geschrumpft. Die Zahl der Bewohner Mestres ist also wesentlich höher als die Venedigs, weshalb das Festland nicht nur den venezianischen Bürgermeister bestimmt, sondern auch den Ausgang des Referendums.

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