APA - Austria Presse Agentur

Verletzte bei schweren Ausschreitungen in Korsika

Auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika ist es am Mittwochabend zu schweren Ausschreitungen in mehreren Städten gekommen.

In Bastia im Norden der Insel wurden 23 Polizisten, mindestens drei Demonstranten sowie ein Fotojournalist verletzt, wie die Präfektur der Region Haute-Corse am Abend mitteilte. Gewalttätige Demonstranten hätten Polizisten am Präfekturgebäude der Stadt unter anderem mit 95 Molotow-Cocktails angegriffen, hieß es.

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In der Inselhauptstadt Ajaccio im Süden der Insel griffen Demonstranten nach Angaben der dortigen Präfektur ebenfalls die Polizei vor dem Verwaltungsgebäude unter anderem mit Brandbomben und Steinen an. Die Polizei habe Tränengas und Schockgranaten eingesetzt. Die Behörden meldeten mindestens vier Verletzte, darunter einen Journalisten. Der Zeitung "Corse Matin" zufolge wurde auch der Justizpalast von einem Molotow-Cocktail getroffen, die Feuerwehr löschte einen Brand. Auch in der Stadt Calvi griffen Demonstranten nach Behördenangaben ein Verwaltungsgebäude mit Brandbomben und Steinen an.

Auf der beliebten Ferieninsel kommt es seit rund einer Woche zu Demonstrationen und Ausschreitungen, nachdem der korsische Separatist Yvan Colonna im Gefängnis im südfranzösischen Arles von einem Mitgefangenen angegriffen und lebensgefährlich verletzt worden war. Der 61-jährige Colonna, der wegen des Mordes am Präfekten von Korsika 1998 zu lebenslanger Haft verurteilt worden war, befindet sich im Koma. Demonstranten werfen den französischen Behörden vor, Colonna entgegen dessen Bitte nicht in ein Gefängnis auf Korsika verlegt zu haben.

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Korsische Separatisten kämpften jahrzehntelang mit Gewalt für die Unabhängigkeit von Frankreich. 2014 legte die Untergrundorganisation FLNC die Waffen nieder, etwa zeitgleich gewannen gemäßigte Nationalisten politisch an Bedeutung.