APA - Austria Presse Agentur

Verspäteter Start für Kulturhauptstadt-Sauna am Traunsee

Zuerst ein Sturmschaden, dann fehlende Genehmigungen: Mit einigen Wochen Verzögerung sticht die schwimmende Sauna des Kulturhauptstadt-Projekts Plateau Blo am 7. April in See - zumindest ein ganz kleines Stück. Zum Start lädt die Kunstuniversität Linz zu einem hitzigen Experten-Talk über Fragen der Baukultur in die Schwitzkabine, die im Traunsee in Ufernähe festgemacht wird. Insgesamt sollen im Rahmen von Plateau Blo vier Plattformen zu Wasser gehen, die nächste im Mai.

Baukultur-Professor Michael Rieper und TU-Raumplanerin Lena Schartmüller diskutieren am 7. April von 14 bis 18 Uhr mit Interessierten über umstrittene Hotelbauten im Salzkammergut, Thujen-Hecken und Leerstände sowie über die Frage, ob Kunst mehr zur Veränderung der Baukultur beitragen könnte als aufwändige Neubauten. Wo genau die Sauna ankern wird, ist noch geheim, erfährt man auf der neuen Homepage des Projekts. In der Kabine, die in Ufernähe festgemacht wird, dürfen jeweils acht Personen diskutieren und schwitzen, nach einiger Zeit wird gewechselt.

Das Sauna-Floß war kurz vor der offiziellen Eröffnung der Europäischen Kulturhauptstadt Bad Ischl - Salzkammergut 2024 Mitte Jänner plangemäß eingeweiht worden. Doch in der Nacht zuvor hatten Seegang und starker Wind beide Seitenruder abgerissen. Ein provisorischer Start war möglich, dann musste aber pausiert werden. Zudem hätten die Behörden angesichts des Sturmschadens auf neuen Sicherheitsauflagen bestanden. Nachdem diese nun erfüllt sind, könne das Plateau Blo also in den kommenden Monaten über den Traunsee gezogen werden und dürfe auch in Ufernähe ankern, berichteten die Initiatorinnen Simone Barlian und Sabine Pollak vom Department raum&designstrategien der Kunstuni Linz am Donnerstag in einer Aussendung.

Man habe bereits 2023 alle damals verlangten Genehmigungen gehabt, betonte Barlian im Gespräch mit der APA, nach dem Sturmschaden habe die Behörde aber weitere eingefordert. Sie sieht ein generelles Problem darin, dass Kunst im ländlichen öffentlichen Raum häufig "nicht zuordenbar" sei, man bewege sich "in einem oft noch unbeschriebenen Feld". So gebe es kein eigenes Regelwerk und beispielsweise keine Ausnahmen von Ö-Normen - "wir haben jetzt ganz offiziell eine temporäre Sauna-Betriebsgenehmigung", auch ein positives Naturschutzgutachten der Bezirkshauptmannschaft Gmunden liegt vor und die Sauna hat einen Notfallknopf. "Neue Räume zu öffnen, ist kein leichtes Unterfangen, aber in kollektiver Manier haben wir diese Raum-Geburt gemeinsam mit den Ämtern nun doch noch gut hinbekommen", meinte sie. Das ursprüngliche Konzept, dass man die Sauna für einen privaten Aufguss an einen bestimmten Ort am See ordern kann, wurde allerdings geändert: Nun sei sie nur im Zuge von Veranstaltungen nutzbar, so Barlian. Ideen für kulturelle Formate können per Mail vorgeschlagen werden, heißt es auf der Website.

Mehr als zwei Dutzend Studierende haben im aufgelassenen Alten Gaswerk in der Hafengegend unter der Leitung von Barlian und Pollak die vier Plattformen gezimmert. Grundsätzlich wollte die Kunstuni mit ihrem Projekt neuen "Raum am See" schaffen, nachdem die Uferzonen der Salzkammergut Seen großteils in privater Hand und öffentliche Zugänge rar sind. Plateau Blo sei ein "schwimmendes Inselgefüge gegen exklusives Besitzdenken", so die Idee.

(S E R V I C E - www.plateaublo.at)