Viele Haarspülungen enthalten "problematische" Chemikalien

Die zugesetzten Substanzen seien noch dazu "unnötig", meinen Fachleute
Alle 13 vom Verein für Konsumenteninformation (VKI) getesteten Conditioner tun das, was sie sollen - die Haare pflegen. Weniger erfreulich sei "die Verwendung gewisser Chemikalien: Sechs Produkte enthalten Substanzen, die in den Hormonhaushalt eines Organismus eingreifen können", kritisieren die Fachleute. Getestet wurde eine Auswahl vom Diskonter-Angebot bis zum teuren Kerastase-Produkt aus dem Friseurbedarf, es gab drei "sehr gut", vier "gut" und sechs "durchschnittlich".

Denn in sechs Erzeugnissen fanden die Testerinnen und Tester "sogenannte potenziell endokrine Disruptoren". "Auch wenn bei Haarspülungen die Wahrscheinlichkeit gering ist, dass die Verbindungen in den Körper gelangen, ist die Verwendung dieser Chemikalien in Conditionern absolut überflüssig", meinte VKI-Chemikalienexpertin Birgit Schiller. "Sie könnten - auch im Sinne der Umwelt - relativ einfach durch weniger problematische Stoffe ersetzt werden."

Fünf der Conditioner enthielten Silikone, die den Pflegeeffekt unterstützen sollen. Das wäre aber gar nicht notwendig, meinte Schiller. "Problematisch ist dagegen, dass diese Verbindungen sich in der Umwelt anreichern - mit unklaren ökologischen Auswirkungen." Im Sinne des Vorsorgeprinzips sollten Silikone in solchen Produkten deswegen nicht verwendet werden.

Verbessern könnten viele Hersteller zudem die Verpackungen, meinen die Konsumentenschützer. Recyceltes Material werden selten eingesetzt, und auch an der entnehmbaren Menge gab es teilweise Kritik. Vom Inhalt des diesbezüglich am schlechtesten bewerteten Produkts seien 36 Milliliter bzw. 18 Prozent "nicht aus der Flasche zu bekommen" gewesen.

Unter den drei als "sehr gut" bewerteten Spülungen fand sich auch das günstigste Produkt im Test. Es kostet nur 32 Cent pro 100 Milliliter.

(S E R V I C E - Test ab 22.02. in der Zeitschrift "Konsument" und auf www.konsument.at/conditioner-2024 )

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