Mehr als zwei Jahre nach dem Tod von vier Schüler:innen bei einem Amoklauf in einer US-Schule ist die Mutter Täters wegen fahrlässiger Tötung verurteilt worden. 

APA - Austria Presse Agentur

Nach Amoklauf in US-Schule: Mutter des Täters verurteilt

Mehr als zwei Jahre nach dem Tod von vier Schüler:innen bei einem Amoklauf in einer US-Schule ist die Mutter Täters wegen fahrlässiger Tötung verurteilt worden.

Ein Geschworenengericht in der Stadt Pontiac befand Jennifer C. in dem viel beachteten Fall in allen vier Anklagepunkten für schuldig. Über das Strafmaß soll am 9. April entschieden werden, der 45-Jährigen drohen bis zu 15 Jahre Haft.

Die Staatsanwaltschaft hatte den Eltern des Täters vorgeworfen, ihrem 17-jährigen Sohn Ethan die Tatwaffe besorgt zu haben. Zudem sollen sie Warnsignale ignoriert haben, dass dieser gewalttätig werden könnte. Auch der Vater, James, muss sich deshalb vor Gericht verantworten - sein Fall wird jedoch getrennt verhandelt.

Für dich ausgesucht

Schwere Vorwürfe gegen Mutter

In ihrem Schlussplädoyer sagte Staatsanwältin Karen McDonald, die 45-jährige Mutter habe es versäumt, "die übliche Sorgfalt walten zu lassen". "Sie hätte die Munition wegschließen können. Sie hätte die Waffe wegschließen können", betonte McDonald. Verteidigerin Shannon Smith argumentierte dagegen, dass ihre Mandantin nicht für die Taten ihres Sohnes verantwortlich gemacht werden könne. Niemand habe diese vorhersehen können, sagte sie.

Der Teenager hatte im November 2021 an seiner Schule in der nördlich von Detroit gelegenen Kleinstadt Oxford mit einer Pistole der Marke Sig Sauer das Feuer eröffnet. Er tötete vier Mitschüler und verletzte sechs weitere Schüler sowie einen Lehrer. Die Todesopfer an der Oxford High School waren zwischen 14 und 17 Jahre alt. Im vergangenen Dezember war Ethan dafür zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Für dich ausgesucht

Zeichnungen mit Gewaltfantasien 

Die Eltern waren am Tag der Tat zu der Schule gerufen worden, weil Zeichnungen des damals 15-Jährigen mit Gewaltfantasien gefunden worden waren. Sie sollen abgelehnt haben, ihren Sohn mit nach Hause zu nehmen - und auch nicht überprüft haben, ob der Teenager die Waffe bei sich hatte. Kurze Zeit später hatte der Jugendliche das tödliche Feuer eröffnet.

Während des Prozesses erklärte Jennifer C., ihr Mann habe dem Sohn die Waffe gekauft. Sie habe nie Grund zu der Annahme gehabt, dass der Teenager zu einer derartigen Gewalttat fähig sei, betonte sie. "Ich wünschte, er hätte uns stattdessen getötet."