Vorgezogene Parlamentswahl in Bulgarien

Schatten von Ex-Premier Borissow hängt auch über dieser Wahl
Bulgarien wählt am Sonntag zum vierten Mal in eineinhalb Jahren ein neues Parlament. Die Abstimmung wurde notwendig, weil die liberal-sozialistische Koalitionsregierung von Ministerpräsident Kiril Petkow (PP) durch ein Misstrauensvotum im Juni gestürzt worden war. Umfragen lassen ein Comeback des korruptionsbelasteten Ex-Premiers Bojko Borissow und seiner bürgerlichen GERB erwarten. Mit Spannung wird erwartet, wie stark pro-russische Kräfte abschneiden werden.

Meinungsforscher sahen die zuletzt regierende Partei PP ("Wir führen den Wandel fort") jetzt auf Platz zwei mit gut 16 Prozent der Stimmen. Borissows GERB dürfte Umfragen zufolge die Wahl mit bis zu gut 25 Prozent gewinnen. Borissow wurde im April 2021 nach Vorwürfen der Korruption aus den Reihen des Gegenlagers abgewählt. 6,6 Millionen Stimmberechtigte sind aufgerufen, 240 Abgeordnete unter Kandidaten aus 28 Parteien und Bündnissen zu wählen.

Bis zu acht teils zerstrittene Parteien könnten dank des Verhältniswahlrechts in das neu gewählte Parlament einziehen. Die vielen bei Umfragen unentschiedenen Wähler könnten Soziologen zufolge die prognostizierten Ergebnisse verändern.

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