APA/AFP/LIONEL BONAVENTURE / LIONEL BONAVENTURE

Warum Streaming schlecht für unsere Umwelt ist

Video-Streaming auf YouTube oder Netflix verursacht jährlich annähernd so viele Emissionen wie ganz Spanien – ExpertInnen raten trotzdem nicht davon ab.

"The Shift Project", ein europäischer Think-Tank, der sich mit der Dekarbonisierung unserer Wirtschaft beschäftigt, hat einen Bericht veröffentlicht, der aufzeigt, wie klimaschädlich unser exzessiver Online-Video-Konsum in Wirklichkeit ist.

Weltweit werden durch das Streamen von Videos mehr als 300 Millionen Tonnen Kohlendioxid produziert. Das entspricht ungefähr der CO2-Jahresbilanz von Spanien, oder etwas weniger als einem Prozent der globalen Emissionen im Jahre 2017.

Pornos sind umweltschädlich

Vier Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen sind auf digitale Technologien zurückzuführen, ein Teil davon auch auf Videos. Streaming-Dienste wie Netflix, Amazon Prime oder Hulu machen 34 Prozent der weltweit geschauten Videos aus – das Binge-Watching von Serien hat uns demnach 2018 ungefähr 100 Millionen Tonnen CO2 beschert. Das entspricht der Menge Kohlendioxid, die Griechenland 2017 emittierte.

Nicht zu vergessen sind die zahlreichen Pornoseiten im Internet, diese kommen mit 27 Prozent auf Platz 2 der Klimasünder im Bereich OnlineVideo. Die Menge an Kohlenstoff liegt hier circa bei der Menge, die wir Österreicher insgesamt 2017 in die Luft geblasen haben.

The Shift Project

The Shift Project

Stromfressende Datenzentren

All die Serien, Videos und Filme, die man sich im Internet anschaut, liegen auf Servern, die selber Strom brauchen, aber auch gekühlt werden müssen. Bei diesen wird leider noch immer auf eine per Klimaanlage gesteuerte Luftkühlung gesetzt – eine Wasserkühlung wäre auf lange Zeit nicht nur besser für die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. Sie verbraucht nämlich nicht so viel Strom und ist konsistent. Diese werden jedoch nicht verwendet, da die Anschaffung teuer und riskant ist. Außerdem erfordert eine Umstellung dieser Größenordnung eine Menge Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Firmen.

Streaming muss nicht enden, sondern aufmerksam geschehen

"The Shift Project" fordert ein Entgegenkommen seitens der Streaming-Dienste. Vor allem im Bereich Design ließe sich so einiges machen: Im Bericht direkt angesprochen wird zum Beispiel die Autoplay-Funktion, die unnötigen Videokonsum fördern soll. Außerdem wird bemängelt, dass die Qualität der Videos immer automatisch auf die höchste verfügbare gestellt wird, was bei manchen Videos nicht notwendig wäre.

Aber auch KonsumentInnen können ihren Teil dazu beitragen, unser Klima zu schützen. Videos nur zu streamen, wenn man diese auch wirklich schaut, wäre ein erster Schritt. Eine Serie im Hintergrund laufen zu lassen, während man am Handy hängt und am Rechner Einkäufe erledigt, ist vielleicht nicht unbedingt notwendig.

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