APA - Austria Presse Agentur

"Wasserrettung" für die Wiener Lobau mit Rohrleitung

Die für die Wiener Gewässer zuständige Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) hat am Freitag den Start von Bauarbeiten für die größte Wasserzuleitung in die Obere Lobau avisiert. "Die Lobau braucht Wasser" warnten erst im vergangenen Mai Stimmen aus der Wissenschaft und regten an, die Naturlandschaft wieder mit der Donau zu vernetzen. Die neue Leitung soll nun zusammen mit einer bereits bestehenden "Dotation" dafür sorgen und die Wassermenge auf 1.500 Liter pro Sekunde verdreifachen.

Mit der Donauregulierung im 19. Jahrhundert wurde der natürliche Zufluss von der Donau in die Lobau unterbunden, hieß es in einer Aussendung, jedoch sei dieser zum Erhalt des Ökosystems notwendig, zudem dieses auch vom Klimawandel belastet ist. 2001 habe die Stadt Wien eine erste Zuleitung, eine sogenannte Dotation, errichtet und damit eine künstliche Wasserversorgung in die Obere Lobau ermöglicht. Neben weiteren Maßnahmen, die gesetzt wurden, finalisieren die Bauarbeiten für die größte Zuleitung in die Obere Lobau nun diese Maßnahmen.

"Mit der bisher größten Wasserzuleitung von der Neuen Donau in die Panozzalacke sichern wir das Wiener Naturparadies Obere Lobau für die Zukunft ab", wurde Sima in einer Aussendung zitiert. Bis zu 1.500 Liter pro Sekunde sollen durch die neue Zuleitung fließen können. Gemeinsam mit der bereits bestehenden Dotation über das Mühlwasser würden große Teile der Oberen Lobau erreicht und mit ausreichenden Wassermengen gesichert. Die Rohrleitung, die Neue Donau und Panozzalacke verbindet, ist 85 Meter lang und hat einen Durchmesser von 180 Zentimetern.

Laut den Angaben wird die Obere Lobau seit 2001 mit Wasser aus der Neuen und der Alten Donau versorgt, um die dortigen Gewässer vor dem Verlanden zu schützen. Diese Dotation wird jedes Jahr von März bis Ende Oktober von der Fachabteilung Wiener Gewässer (MA 45) durchgeführt und hatte bis zu den Maßnahmen in der Saltenstraße ein Volumen von 300 Liter pro Sekunde. Im Mühlwasser, einem wichtigen Gewässerzubringer in die Lobau, wurden im Bereich der Saltenstraße jedoch im Winter 2020/21 über eine Länge von 500 Metern abgelagertes Sediment und Totholz entfernt, sodass das Volumen auf 500 Liter pro Sekunde erhöht werde konnte. Die Bauarbeiten für die neue Dotationsleitung und begleitende Maßnahmen laufen von Jänner bis November 2023, investiert werden rund sieben Millionen Euro, und werden dann für eine Verdreifachung der Wassermenge auf 1.500 Liter pro Sekunde sorgen.