APA - Austria Presse Agentur

Weitere Landesparteien für Kickl als neuen FPÖ-Chef

Mit Salzburgs FPÖ-Obfrau Marlene Svazek hat sich am Mittwoch eine weitere Landesparteispitze für Herbert Kickl als neuen FP-Chef ausgesprochen.

Da Kickl Klubobmann bleiben solle und auch bleiben werde, sei er logischer Kandidat für die Funktion als Bundesparteiobmann, sagte sie im APA-Gespräch. Zuvor hatten schon die Landesparteichefs aus Tirol, Salzburg und dem Burgenland für Kickl als Nachfolger des am Vortag zurückgetretenen FPÖ-Chefs Norbert Hofer plädiert.

Sie halte nach dem Rücktritt Hofers wenig von einer "Doppelspitze 2.0", erklärte Svazek am Mittwoch gegenüber der APA. "Das ist für mich die schlechtere Variante. Für mich wäre die Zusammenführung der Ämter sinnvoll." Sie kritisierte auch die Art und Wiese, wie Hofer seinen Rücktritt erklärt hatte, nämlich auf Twitter,

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Sie selbst - Svazek war von Jänner bis Mai 2018 kurzzeitig eine von zwei freiheitlichen Generalsekretären - nahm sich für Karriereschritte aus dem Spiel. "Mein Platz ist ganz klar in Salzburg, großes Ziel ist die Landtagswahl 2023." Den Abgang Hofers bezeichnet sie am Mittwoch erneut als überraschend. "Es gibt für solche Entscheidungen wohl nie einen günstigen Zeitpunkt. Aber ich hätte mir einen anderen Abschied gewünscht, vor allem den Funktionären und Parteimitgliedern gegenüber." Sie ging heute auch davon aus, dass das Parteipräsidium noch diese Woche stattfindet.

Burgenlands Landesparteiobmann Alexander Petschnig, der schon am Vortag seine Präferenz für Kickl kundgetan hatte, untermauerte diese Position am Mittwoch: Aktuell sei kein anderer Kandidat als Kickl vorstellbar, sagte er zur APA - auch wenn er Wiens Landesparteichef Dominik Nepp und Steiermarks FP-Obmann Mario Kunasek als seine Freunde bezeichnete: "Denn dann hätten wir wieder die Situation einer Doppelspitze. Im Burgenland funktioniert das mit Hans Tschürtz (Landtagsklubchef, Anm.) gut, dafür braucht es aber eine intensive Abstimmung und das hat auf Bundesebene offenbar nicht so gut funktioniert."

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Dass sich die FPÖ mit Kickl an der Spitze auf Jahre in der Oppositionsrolle einzementiert, fürchtet Petschnig nicht: "Natürlich ist er angriffig, aber wenn das Wahlergebnis entsprechend ist, wird man sich dem nicht verschließen können." Die Freiheitlichen sollen aber nur aus einer Position der Stärke heraus in eine Regierung gehen. Angesprochen darauf, ob Hofer nun wieder als Landesparteiobmann ins Burgenland zurückkehren könnte, erklärte der derzeitige Parteichef: "Ich habe noch nicht mit ihm direkt gesprochen, aber ich glaube, das Burgenland hat bei seinen Überlegungen keine Rolle gespielt." Er werde jedoch mit Hofer diskutieren, ob und wie er sich in der Landespartei einbringen möchte.

Oberösterreichs Landparteichef Manfred Haimbuchner, der als Kickl-Kritiker gilt, hat eine angesetzte Pressekonferenz zu Sachthemen kurzfristig abgesagt. Ebenfalls weiterhin keine Aussage zur Obmannschaft gab es bis zuletzt von FPÖ-Niederösterreich-Chef Udo Landbauer, wobei Kickl in Niederösterreich als wohlgelitten gilt.

Bei der steirischen FPÖ, die nicht dem Kickl-Lager zugerechnet wird, war man am Mittwoch auf Tauchstation: Von Landesparteiobmann Kunasek abwärts waren nur die Mobilboxen der Handys erreichbar. Schon früher, zu anderen Gelegenheiten, hatte Kunasek auf die Frage nach möglichem Ruf aus Wien geantwortet, sein Platz sei in der Steiermark.

Wiens FP-Obmann Nepp, der zuletzt selbst seine Bereitschaft angedeutet hat, war am Mittwoch vorerst für keine Stellungnahme erreichbar. In der Wiener Partei gibt es jedoch Proponenten, die sich für ein Antreten ihres Obmanns stark machen.