Weiterhin zu wenig Schutz für Frauen in England

Kritik von Aktivistinnen an Regierung
Zum dritten Jahrestag des aufsehenerregenden Mordes an der Londonerin Sarah Everard haben Aktivistinnen der britischen Regierung Versagen beim Schutz von Frauen vorgeworfen. Seitdem ein aktiver Polizist die 33-Jährige vergewaltigt und ermordet hatte, seien Männer als Täter oder dringend Tatverdächtige für den Tod von 350 Frauen im Land verantwortlich, berichtete die Zeitung "Independent" am Samstag unter Berufung auf die Datenbank Femicide Census.

"Im Durchschnitt wird alle drei Tage eine Frau von einem Mann getötet" wird", sagte die Chefin der Initiative, Karen Ingala Smith. Ein Polizist hatte Sarah Everard am 3. März 2021 mithilfe seines Dienstausweises auf offener Straße entführt, später vergewaltigt und ermordet. Er muss bis zu seinem Lebensende hinter Gittern bleiben.

Die Tat hatte landesweit eine Welle der Wut über fehlende Sicherheit von Frauen ausgelöst und ein Licht auf die "Epidemie" der Gewalt gegen Frauen und Mädchen geworfen. Nun aber kritisierten Aktivistinnen, die Versprechen zur Bewältigung des Problems seien nur leere Worte gewesen. In 8 Prozent der Fälle seien Täter und Opfer nicht bekannt gewesen. Dieser Anteil entspreche dem Durchschnitt seit Beginn der Aufzeichnungen 2009. Es habe sich also nichts geändert, kritisierte Ingala Smith.

Die Mitgründerin der Organisation Reclaim These Streets, Anna Birley, sagte dem "Independent": "Frauen werden noch immer von Männern ermordet, die Nachfrage nach Hilfsdiensten gegen häusliche Gewalt bleibt auf Rekordniveau, und Vergewaltigungen werden immer noch nicht strafrechtlich verfolgt." Die Regierung verstehe nicht das Ausmaß und ergreife keine sinnvollen Schutzmaßnahmen, sagte Birley. Dadurch lasse sie die Frauen im Stich.

Kommentare