APA - Austria Presse Agentur

Weniger als die Hälfte der Berufstätigen bildet sich weiter

Nur 43 Prozent der Berufstätigen in Österreich investieren Zeit in ihre Weiterbildung. 56 Prozent wären bereit, sich für einen neuen Job umschulen zu lassen. In beiden Kategorien liegen die Österreicher deutlich unter dem internationalen Schnitt, zeigt eine Studie mit 366.000 Befragten in 197 Ländern, davon 3.800 in Österreich.

Selbstständige und Menschen in IT-Berufen oder mit wissenschaftlichen Jobs sind besonders offen für Weiterbildung, so der Bericht "Decoding Global Trends in Upskilling and Reskilling" der Beratungsfirma Boston Consulting Group (BCG), der Online-Jobplattform StepStone, und dem Jobbörsen-Netzwerk "The Network".

Weltweit nutzen zwei Drittel der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen mindestens ein paar Wochen pro Jahr für Weiterbildung. Spitzenreiter mit über 80 Prozent sind Myanmar, Nigeria, Kamerun, Benin, Iran - und China. Die Österreicher liegen mit 43 Prozent weit darunter, weniger Zeit nehmen sich nur die Belgier, die Franzosen und die Deutschen. Aber "lebenslanges Lernen ist für jeden Mitarbeiter, ob 20 oder 60 Jahre alt, zwingend notwendig", meint Rainer Strack, Senior Partner bei BCG.

Die Studie zeigt auch, dass die Österreicher in ihren Lernmethoden eher konservativ sind: nur 15 Prozent nutzen Onlineinstitute, der Anteil ist halb so hoch wie weltweit üblich. Auch auf Apps wird mit 17 Prozent unterdurchschnittlich häufig zugegriffen. Andererseits profitieren 15 Prozent von staatlichen Programmen zur Weiterbildung - weltweit liegt dieser Anteil nur halb so hoch. Am häufigsten greifen die Österreicher aber auf Angebote im Job und auf eigenständige Weiterbildung zurück (jeweils 58 Prozent).

Ein ähnliches Bild ergibt sich in Bezug auf die Bereitschaft zur Umschulung. In Lateinamerika waren 84 Prozent der Befragten dafür offen, in Europa 63 Prozent - in Österreich 56 Prozent. Zwar weisen die Studienautoren darauf hin, dass Menschen umso weniger eine Umschulung machen wollen, je besser ihre ursprüngliche Ausbildung war,"vielleicht, wegen der vielen Zeit, die sie bereits für ihre aktuellen Fähigkeiten investiert haben". Dennoch meint Strack: "Dass es in Österreich nur 56 Prozent sind, ist alarmierend." Am ehesten ziehen dies noch Angestellte in Einkauf und Verkauf in Betracht: Knapp zwei Drittel würden eine Umschulung in Kauf nehmen, aber nur etwas mehr als jeder dritte Mitarbeiter im Medien- oder Rechtswesen.

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