APA - Austria Presse Agentur

Weniger Stromverbrauch im Shutdown-Monat April

Im "Corona-Shutdown-Monat" April haben Österreichs Endverbraucher um 12,9 Prozent weniger Strom verbraucht als ein Jahr davor. Im März hatte das Minus 3,5 Prozent betragen, dabei 7,4 Prozent in der zweiten Monatshälfte, als die Ausgangsbeschränkungen begonnen hatten. Erdgas benötigten die Endverbraucher im April um 10,7 Prozent weniger, geht aus Daten der Regulierungsbehörde E-Control hervor.

Absolut lag der Strombedarf der heimischen Endverbraucher im April bei 4,6 Terawattstunden (TWh), um 677 Gigawattstunden (GWh) oder 12,9 Prozent weniger als ein Jahr davor. Am dritten Mittwoch im April wurde eine Spitzenlast von 8,24 Gigawatt (GW) registriert, rund ein Zehntel (845 MW) davon wurde zu dem Zeitpunkt aus gewerblichen Eigenanlagen aufgebracht.

Allein im Öffentlichen Netz lag der Spitzenbedarf im April auf Stundenbasis bei 8,06 GW (Endverbrauch plus Netzverluste, aber ohne Pumpspeicherung). Am 29. April um 11.30 bis 11.45 Uhr fragten Endverbraucher die in dem Monat festgestellte maximale Abgabe von 8,13 GW nach, um 107 MW weniger als der Maximalwert am dritten Mittwoch bzw. 0,6 Prozent tiefer als 2019.

Der Monat April war insgesamt relativ warm: Die Zahl der Heizgradtage lag nach Angaben der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) um 23 Prozent tiefer als 2019.

Auf der Aufbringungsseite stieg der Pumpstromverbrauch - um Strom in Pumpspeicherwerke hinauf zu pumpen - um 24,6 Prozent, der Eigenverbrauch im Herstellungsbereich sank um 13,3 Prozent. Somit gab es im April insgesamt um 37 GWh mehr "Systemverbrauch".

Die Inlandsstromerzeugung war mit 4.991 GWh (4,99 TWh) um 1,45 TWh oder um 22,5 Prozent geringer als im Vergleichsmonat 2019. Die Wasserkraft produzierte um 750 GWh weniger als ein Jahr davor, die Wärmekraft um 316 GWh weniger und die Windkraft um 403 GWh weniger.

Die Strom-Nettoimporte kletterten um knapp 600 GWh und lagen bei 409 GWh - denn ein Jahr davor, im April 2019, war Österreich Nettoexporteur gewesen. Auffallend waren für die E-Control die hohen Importe aus der Schweiz. Dagegen sanken die Exporte Richtung Ungarn, Slowenien und die Schweiz im April beträchtlich.

Der Speicherstand in den Speicherkraftwerken lag am Monatsletzten bei 31,3 Prozent oder 1,03 TWh und damit um 9,8 Prozentpunkte höher als voriges Jahr. "Das ist der höchste Aprilwert der letzten 20 Jahre", hieß es aus der Energieregulierungsbehörde zur APA: "Er erklärt sich aus dem hohen Pumpeinsatz und der geringeren Produktion aus Speicherkraftwerken."

Erdgas haben die heimischen Endverbraucher im April um 5,94 TWh bzw. 10,7 Prozent (oder 713 GWh) weniger nachgefragt. Die Spitzenlast lag mit 16,7 GW um 13,1 Prozent über dem Vorjahr. Ende April waren die Speicher zu 77,5 Prozent (mit 72,6 TWh) gefüllt. Die Importe sanken um 20,7 Prozent - in den ersten vier Monat zusammen um 20 Prozent -, die Exporte um 14 Prozent.

Geringere Einspeicherungen und höhere Speicherentnahmen führten zu 7,2 TWh mehr an verfügbarem Gas - kompensiert wurde das vor allem durch geringere Nettoimporte, aber auch den niedrigeren Endkonsum, so die E-Control. Insgesamt fiel die Aufbringung im April so um 10,5 TWh niedriger aus als im Vergleichsmonat 2019. Diesen weit geringeren Gasmengen standen 4,2 TWh weniger Exporte, 5,6 TWh weniger Einspeicherung und die um 0,7 TWh geringere Endabgabe gegenüber.

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