APA - Austria Presse Agentur

Wien subventioniert Elektro-Lastenräder für Firmen

Die Stadt Wien sattelt bei der Förderung von Transportfahrrädern von Privaten auf Firmen um. Ab Februar stehen Unternehmen, die Lastenräder mit Elektromotor anschaffen, bis zu 4.000 Euro zur Verfügung, teilte die Bundeshauptstadt am Freitag mit. Mehrere Hundert solcher Cargobikes sollen damit in den nächsten zwei Jahren auf Wiens Straßen gebracht werden.

Bis Ende 2021 stehen insgesamt 800.000 Euro zur Verfügung. Kleinere E-Lastenfahrräder mit Nutzlast ab 40 kg bis 100 kg erhalten maximal 50 Prozent der förderfähigen Kosten, bis maximal 2.000 Euro pro elektrischem Lastenfahrrad bzw. pro Elektrolastenanhänger. Bei größeren Lastenrädern mit einer Nutzlast von mehr als 100 Kilogramm werden 30 Prozent der Anschaffungskosten, höchstens 4.000 Euro, übernommen.

Die Stadt Wien hat bereits 2017 mehr als 300 Lastenräder mit insgesamt 300.000 Euro gefördert. Damals gingen 85 Prozent der Förderungen an Privatpersonen. Vor allem Eltern verwenden diese Räder immer öfter für den Kindertransport.

Dieses Mal sind nur Firmen, Organisationen und Vereine berechtigt, Fördermittel abzurufen. In Wien gibt es bereits mehrere Unternehmen, die Lastenräder verwenden. Insbesondere Logistikfirmen setzen Fahrräder für den innerstädtischen Warentransport ein. Der Paketdienst DHL expandiert mit seinen "Cubicycle"-Rädern demnächst von Wien nach Linz. Und auch der Samariterbund Wien hat für die Auslieferung von "Essen auf Rädern" 21 Elektrolastenfahrräder im Einsatz. Als Pionier gilt der Fahrradbotendienst Heavy Pedals.

Bei Handwerksbetrieben können Lastenräder den Fuhrpark für Einsätze im dichtverbauten Gebiet mit wenigen Parkplätzen ergänzen. In Wien und Graz gibt es den "Stadt-Handwerker", der staufrei per Lastenrad kommt. In Hamburg sorgte vorgangenes Jahr ein Sanitärtechnikbetrieb für mediales Aufsehen: Der Chef kaufte ein Lastenrad, weil er mehrere Mitarbeiter hatte, die keinen Führerschein besaßen. Der Boom bei Lastenrädern ging von den Niederlanden und Dänemark - zwei Länder mit ausgeprägter Fahrradkultur - aus. Neben E-Bikes sind Transportfahrräder inzwischen der größte Wachstumstreiber der Fahrradindustrie.

Eine zweite Förderschiene der Stadt Wien soll zudem Sharing-Angebote in Wohnbauten, etwa bei Elektroautos, vorantreiben. Dafür werden 2 Mio. Euro bereitgestellt. Finanziert werden beide Förderungen aus dem Ökostromfonds der Stadt. Voraussetzung für die Förderungen ist der Bezug von rein erneuerbarer Energie. Wien will mit den Fördermaßnahmen die CO2-Emissionen im Verkehr senken, wie Vizebürgermeisterin und Verkehrsstadträtin Birgit Hebein (Grüne) in der Aussendung erklärte.

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