Wolf-Abschuss-Prämie brachte Kärntner Bürgermeister vor Kadi

Erneut Wolf in Osttirol zum Abschuss freigegeben
Ein ungewöhnlicher Prozess geht am Montagnachmittag am Wiener Landesgericht für Strafsachen gegen einen Kärntner Bürgermeister über die Bühne. Der Ortsvorsteher einer Mölltaler Gemeinde muss sich wegen Aufforderung zu mit Strafe bedrohten Handlungen (§ 282 StGB) vor dem Kadi verantworten. Er hatte im vergangenen August dem Nachrichtenmagazin "Profil" sinngemäß erklärt, seine Gemeinde werde dem örtlichen Jägerverband 2.500 Euro pro vorgelegtem Wolfskadaver bezahlen.

Ob das Tier davor ordnungsgemäß vergrämt wurde, sei dabei nicht von Bedeutung. "Wir müssen den Jägern einen Anreiz geben", zitierte das Magazin den Bürgermeister. Das brachte diesem nun einen Strafantrag ein, nachdem der "Verein gegen Tierfabriken" (VgT) ihn bei der Staatsanwaltschaft Wien angezeigt hatte. Die darin geäußerten Vorwürfe in Richtung Amtsmissbrauch und Anstiftung zur Tierquälerei wurden von der Anklagebehörde zwar nicht aufgegriffen. Allerdings drohen dem Bürgermeister im Fall einer Verurteilung nun bis zu zwei Jahre Haft, weil er laut Anklage mit seiner Prämie zum illegalen Erlegen von nicht zum Abschuss freigegebenen Wölfen aufgerufen haben soll. Der Wolf ist grundsätzlich streng geschützt.

Die Verhandlung ist ab 14.30 Uhr anberaumt. Seitens des Gerichts wurde der APA der Termin bestätigt. Die APA wird berichten.

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