APA - Austria Presse Agentur

Zehntausende demonstrieren im Baskenland für ETA-Häftlinge

Zehntausende Menschen haben im nordspanischen Bilbao für die Rechte der rund 600 inhaftierten Mitglieder der aufgelösten baskischen Separatisten-Organisation ETA demonstriert. Die Kundgebungsteilnehmer protestierten am Samstagabend vor allem gegen die Politik der heimatfernen Unterbringung der Gefangenen. Sie skandierten immer wieder: "Baskische Häftlinge nach Hause!"

Auch in Bayonne im französischen Baskenland gingen am Samstag Tausende für die "Etarras" auf die Straße. An dem Marsch zum Rathaus von Bilbao beteiligten sich neben Angehörigen von Inhaftierten auch zahlreiche Politiker, Sportler und Künstler sowie Anhänger der Unabhängigkeitsbewegung der Konfliktregion Katalonien. Wie bei früheren Protesten wurde auch diesmal gefordert, dass die Häftlinge mittelfristig stufenweise freigelassen werden - vor allem jene, die gesundheitlich schwer angeschlagen sind.

"Von der neuen Regierung (des sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez) verlangen wir ein Ende der Verletzung der Rechte der Gefangenen", rief Organisationssprecher Joseba Azkarraga. Die spanische Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer in Bilbao auf 65.000. In Bayonne waren es nach Medienschätzungen rund 10.000.

Die 1959 gegründete ETA hatte im Oktober 2011 einen definitiven Gewaltverzicht erklärt. Im Mai 2018 gab die Organisation dann ihre Selbstauflösung bekannt. Bei ETA-Anschlägen wurden mehr als 800 Menschen getötet.

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