Zweitgrößter Flughafen Perus lahmgelegt

Reifen wurden in Brand gesetzt
Im von regierungskritischen Protesten erschütterten Peru haben am Montag rund 2.000 Demonstranten den Flughafen der zweitgrößten Stadt des Landes lahmgelegt. Wie ein AFP-Fotograf berichtete, blockierten die Demonstranten in der Andenstadt Arequipa Start- und Landebahn des Flughafens mit Steinen, brennenden Reifen und Holz und beschädigten die Beleuchtungsanlagen. Sie forderten den Rücktritt der kürzlich vereidigten Präsidentin Dina Boluarte und vorgezogene Neuwahlen.

Die Polizei versuchte, die Protestierenden mit Tränengas auseinanderzutreiben. Die Millionenstadt Arequipa gilt als Hauptstadt der peruanischen Justiz, das Verfassungsgericht des Landes hat dort seinen Sitz.

In mehreren peruanischen Städten gehen Tausende Menschen auf die Straße, seit der bis dahin amtierende linksgerichtete Präsident Pedro Castillo am vergangenen Mittwoch vom peruanischen Parlament wegen "moralischer Unfähigkeit" des Amtes enthoben und später festgenommen worden war. Seine bisherige Stellvertreterin Boluarte wurde kurz darauf als seine Nachfolgerin vereidigt.

Am Donnerstag hatte das Oberste Gericht des südamerikanischen Landes sieben Tage Untersuchungshaft gegen Castillo verhängt. Dem Politiker werden "Rebellion und Verschwörung" vorgeworfen.

Castillo war im Juli 2021 als politischer Außenseiter an die Staatsspitze gewählt worden. Seitdem befand sich der 53-Jährige in einem ständigen Machtkampf mit dem konservativ dominierten Kongress. Dieser hatte bereits zweimal vergeblich versucht, ihn wegen "moralischer Unfähigkeit" des Amtes zu entheben.

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