Andrew Tate: Britische Anwälte bereiten Vergewaltigungsklage vor

APA - Austria Presse Agentur

Andrew Tate: Livestream aus Fake-Gefängnis sorgt für Kritik

Andrew Tate ist frisch aus dem Gefängnis entlassen worden und hat sich danach wieder in einer "Fake-Zelle" einsperren lassen.
Selma Tahirovic Selma Tahirovic

Triggerwarnung: In diesem Beitrag werden Gewalt und Missbrauch beschrieben.

Seit April waren der britisch-amerikanische Influencer Andrew Tate, sein Bruder Tristan und zwei mutmaßliche rumänische Komplizinnen im Hausarrest in Bukarest, Rumänien. Nachdem sie fast vier Monate in Untersuchungshaft verbracht haben, hat ein Gericht sie im April zu Hausarrest verurteilt, da die Ermittlungen wegen Vergewaltigung, Menschenhandel und Ausbeutung noch laufen.

  • Die vier Verdächtigen wurden am 30. Dezember 2022 im Bukarester Vorort Voluntari verhaftet.
  • Die Anklage wirft Andrew Tate, seinem Bruder Tristan Tate und zwei Rumäninnen vor, eine organisierte Verbrechergruppe gebildet zu haben, mit dem Ziel, Frauen sexuell auszubeuten.
  • Sie sollen junge Frauen dazu gezwungen haben, bei kommerziell verbreiteten Sex-Videos mitzuwirken.
  • Bisher seien sechs Opfer ermittelt worden. Die Tate-Brüder bestreiten die Vorwürfe.

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Der ehemalige Kickboxer kündigte letzte Woche an, dass er "zurück" in ein "Fake-Gefängnis" möchte, um dies per Livestream für 24 Stunden zu dokumentieren. Das sorgte für Kritik

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24 Stunden in der Zelle

Auf X (ehemals: Twitter) teilte Andrew Tate einen Link und schrieb: "Am 12. August, Samstag um 22 Uhr rumänischer Zeit. Ich werde 24 Stunden in einer Nachbildung meiner Erfahrungen im Gefängnis verbringen. Keine Telefone, keine Freiheit." Andrew Tate startete den Stream am Samstag gegen 20 Uhr mit seinem Bruder. In den Aufnahmen ist zu sehen, wie die Tate-Geschwister in einer Fake-Zelle in zwei Etagenbetten liegen, in der Mitte des Raumes steht eine Toilette. 

Andrew und Tristan Tate zeigten sich beim Trainieren, Schlafen, Essen oder führten Gespräche. 

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X-User:innen kritisieren Gefängnissteam

Mehr als 50.000 Menschen haben den Livestream angesehen. Auf X zeigten sich viele User:innen verwundert, sie konnten den "PR-Gag" der Tate-Brüder nicht nachvollziehen. 

"Ich glaube nicht, dass man die Erfahrung genau nachstellen kann, wenn man das Experiment kontrolliert und weiß, dass man in 24 Stunden wieder draußen sein wird", kommentierte ein User untere Andrew Tates Tweet

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Ein anderer Nutzer twitterte, dass die Personen, die den Livestream des Ex-Kickboxers ansehen, "Loser" seien würden. Unzählige User:innen fragten sich zudem, was der Grund und/oder Zweck für den Stream gewesen sein soll – die Vermutung eines "PR-Stunts" für Aufmerksamkeit liegt sehr nahe. 

Wer Erfahrungen mit Gewalt oder sexuellen Übergriffen erlebt oder in der Vergangenheit erlebt hat, kann sich kostenlos und anonym an die Frauenhelpline gegen Gewalt 0800/222-555, www.frauenhelpline.at, an die Onlineberatung für Mädchen und Frauen im HelpChat, www.haltdergewalt.at, an die Frauenhelpline für gehörlose Frauen, www.oegsbarrierefrei.at/bmf/hilfseinrichtungen/ oder an die Männerberatungsstelle unter 0720 / 70 44 00, https://www.maennerinfo.at wenden.