ApoRed behauptete, dass er über 3,6 Millionen Euro  Schulden beim Finanzamt hätte. Hat er gelogen und nur ein Prank?

Markus Spiske/Unsplash

Alles nur fake? Hat YouTuber ApoRed doch keine Millionenschulden?

YouTube-Star ApoRed machte mit Schlagzeilen zu Steuerschulden aufmerksam. War das alles nur ein Scherz?
Dario Bojic

Es war in Sachen Finanzen schon lange nichts mehr rosig für Ahmad Nadim Ahadi, besser bekannt als ApoRed (gesprochen Apo - Red). Wo auf YouTube vor einem Jahr noch zahlreiche Videos mit extravaganten Dubai-Wohnungen, Luxus-Karossen und Designer-Kleidung gepostet wurden, kam am 6. Dezember eine Entschuldigung und Erklärung online. Er hat seine Fans belogen.

Und nicht nur die: Der YouTuber schuldet dem deutschen Finanzamt 3,6 Millionen Euro an Steuerlast. Die Schuld dafür schiebt er in großen Teilen einem "Finanzberater" zu.

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Die Influencer-Steuerfalle der Selbstständigkeit

In seinem Erklärungsvideo erwähnt er, dass die Probleme begonnen hätten, als er angefangen habe viel Geld durch Selbstständigkeit zu verdienen. Jener ominöse Finanzberater habe ihm dann dazu geraten, in seiner Funktion als Influencer und Unternehmer, teure Autos, Klamotten und Co. zu kaufen. 

So weit, so gut: Ein klassischer Versuch, private Ausgaben als geschäftlichen Aufwendungen zu tarnen, um sich auf illegalem Weg die gezahlte Umsatzsteuer zurückzuholen, oder den ausgewiesenen Gewinn zu mindern.

Unternehmen werden in der Regel steuerlich begünstigt, um besseres Wachstum zu ermöglichen. Finanzämter sind jedoch alles andere als naiv, und prüfen deshalb, ob die in der Steuererklärung ausgewiesenen Einkäufe auch zum Unternehmen passen. Ist das der Fall, kann die sogenannte Vorsteuer abgezogen werden – das Unternehmen spart Geld.

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In einem Fall wie bei ApoRed hat das Finanzamt jedoch klar gemerkt, dass die Aufwände eindeutig nicht beruflicher Natur waren, darum fordert es die gesamte Steuerlast. Hätte er statt Autos und Klamotten vielleicht Kameras und anderes "YouTuber-Equipment" gekauft, wäre die Masche womöglich durchgegangen.

  • Laut Video habe er "Klamotten im siebenstelligen Bereich" eingekauft, mehrere "Firmenwägen" geholt und andere Ausgaben wie Urlaube etc. unerlaubt in seine gewerbliche Steuererklärung geschrieben. 
  • Er ist nicht der erste Influencer, der während eines Höhenfluges Geld ausgibt, ohne Geld für später zurückzulegen. Viele sind mit den Herausforderungen der Selbstständigkeit überfordert und holen sich deswegen eine:n Finanzberater:in.

Während es natürlich verlockend ist "Steuern zu sparen" und diese Floskel heutzutage teilweise wie die Lösung für alle Geldprobleme angepriesen wird, sollte man keinem/keiner Finanzberater:in vertrauen, der einem dazu rät, Kleidung im Wert von über einer Million Euro zu kaufen. Egal welchen "Trick" diese Person kennen mag, das ist unseriös.

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Red sieht ein, dass es sein Fehler war einem unseriösen Berater blind zu vertrauen. Aktuell lebt der ehemalige Millionär in Hamburg von Bürgergeld, einer Hilfeleistung für bedürftige Menschen in Deutschland. Chancen die Schulden zurückzuzahlen sieht er keine, immerhin war er abgesehen von YouTube & Co. nie erwerbstätig und hat sein Studium vergessen.

Am Ende des achtminütigen Videos erklärt er, womöglich auch nicht mehr "zurück zu Social Media" und stattdessen einen "normalen Weg" einschlagen zu wollen.

Prank als Content-Booster?

YouTuber Leon Machère hat auf seinem Account ein neues Video veröffentlicht, in dem auch ApoRed zu sehen ist. Der Titel des Videos: "ApoRed FAKE Statement! Wenn du Eier hast. In der Aufnahme geht es vor allem darum, dass sie die beiden Influencer zu Pranks ermutigen. Unter anderem hat Machère den YouTuber aufgefordert, ein Fake-Statement zu veröffentlichen, in dem er behauptet, dass er Schulden in Millionenhöhe hätte!

In dem Video ist zu sehen, wie ApoRed und Leon Machère absprechen, wie das Schuldenstatement gedreht wird und was der 29-Jährige sagen soll. Anschließend haben sich die beiden YouTuber die Reaktionen von anderen Content Creator:innen angesehen – und sich darüber lustig gemacht. Der Prank ist auf jeden Fall aufgegangen, denn das Thema wurde nach Veröffentlichung von ApoReds Videos heißt diskutiert. 

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Fans kritisieren ApoRed

Die Fans von ApoRed sind von dem Schulden-Fake nicht überzeugt: "Apored schafft es wirklich sich einfach die letzten Sympathiepunkte zu verspielen. Jeder, der ihm glaubt, ist wirklich geistig hängen geblieben", kommentierte ein User unter dem Video von Leon Machère. "Dachte wirklich du hättest den ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht.. aber jetzt bist du mehr als unten durch. Was ihr abzieht ist einfach nur noch dreckig", hieß es unter dem letzten Instagram-Posting von ApoRed.