APA - Austria Presse Agentur

Filmfestspiele Venedig: Masucci wollte mit Polanski arbeiten

Der Schauspieler Oliver Masucci hat seine Bewunderung für den französischen Filmemacher Roman Polanski betont. "Ich wollte unbedingt mit Roman Polanski arbeiten, und ich habe mich lange danach gesehnt", sagte der 54-Jährige am Samstag in Venedig. Masucci spielt die Hauptrolle in Polanskis neuem Film "The Palace", der auf den Filmfestspielen gezeigt wird.

Auch der deutsche Schauspieler Milan Peschel (55), der in dem Film mitspielt zeigte sich dankbar für die Erfahrung und fühlt sich geehrt, wie er sagte. "The Palace" spielt in einem Schweizer Hotel am Silvestertag vor dem Jahr 2000. In dem noblen Hotel, dessen Direktor Masucci verkörpert, findet sich ein skurriles Ensemble zusammen, um das neue Jahrtausend zu feiern. Unter anderem spielen auch Mickey Rourke und Fanny Ardant mit.

Polanski selbst kam nicht nach Venedig. Die Vermarktung des Films sei schwierig, schilderte der Produzent Luca Barbareschi. Bisher gebe es keinen französischen Filmverleiher, auch in Großbritannien und den USA habe er keine Vertriebsrechte verkauft. Barbareschi erklärte, dass Polanskis letzter Film "Ein Offizier und ein Spion", der 2019 bei den Filmfestspielen von Venedig gezeigt wurde und den Großen Preis der Jury gewann, ebenfalls nie in den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Australien oder Neuseeland in den Kinos zu sehen gewesen sei.

"Und wir fragen uns, warum es Kriege gibt. Die angelsächsische Welt muss die Künstler genauso respektieren wie der Rest der Welt", sagte Barbareschi und fügte hinzu: "Es gibt kein moralisches Urteil über Kunst." Er betonte, dass Polanski-Filme auf zahlreichen Streaming-Anbietern wie Netflix gezeigt werden und diesen Plattformen "Millionen" einbringen. "Kann mir jemand die Logik dafür erklären?", fragte er.

Seit dem Aufkommen der #MeToo-Bewegung im Jahr 2017 haben mehrere Frauen Polanski des sexuellen Missbrauchs vor allem in den 70er-Jahren beschuldigt. Vorwürfe, die er bestreitet. In den USA läuft seit über 40 Jahren ein Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs gegen ihn. Seitdem lebt er überwiegend in Frankreich und vermeidet es, Länder zu besuchen, die mit den USA ein Auslieferungsabkommen haben.