APA - Austria Presse Agentur

Neues Album von New Model Army: Die Rückkehr der Verwegenen

New Model Army ist eine Band, die nie nach Erfolg im Mainstream strebte und damit bis heute erfolgreich ist. Der Gruppe haften viele Label wie Post-Punk, Alternative, Indie- und Folkrock an, ihre Musik klingt dennoch nicht beliebig. Auch das am kommenden Freitag erscheinende 16. Studioalbum "Unbroken" ist von dem typischen spannungsgeladenen Sound geprägt.

Die Besetzung der 1980 im nordenglischen Bradford gegründeten Band wechselte häufig, nur Sänger Justin Sullivan war immer dabei. Trotz vieler Personalwechsel blieb der Sound der NMA unverwechselbar – auch dank der Stimme des 67-jährigen Sullivan.

Die Grundstimmung der neuen Platte hat immer etwas Verschwörerisches und Verwegenes. Der Eröffnungstitel "First Summer After" ist ein ziemlicher Kracher. An deutlichen inhaltlichen Standpunkten mangelt es nicht. In der ersten Zeile des Titels "Reload" heißt es ins Deutsche übersetzt: "Wenn ich noch einen beschissenen Union Jack sehe, der auf Anordnung der Regierung gehisst wird, wird mir schlecht".

Einen hochaktuellen Song haben NMA mit "I Did Nothing Wrong" eingespielt. Er handelt von dem gravierenden Justizirrtum in der britischen Nachkriegsgeschichte, bei dem Hunderte Angestellte der Post zu Unrecht wegen falscher Buchführung und Betrugs verurteilt wurden. Der eigentliche Übeltäter war ein fehlerhaftes Softwaresystem. Das Leben vieler Beschuldigter und ihrer Familien wurde durch die falschen Bezichtigungen zerstört. Erst im Jänner dieses Jahres kündigte Premier Rishi Sunak an, alle Verurteilungen würden aufgehoben.

"Coming or Going" hat dank einer energischen Bassline den meisten Druck und damit einen hohen Spaßfaktor. Er legt NMAs punkige Wurzeln frei und handelt von den Freuden eines unsteten, aber freien Lebens. Einen Preis für Innovation bekommen New Model Army für "Unbroken" nicht. Das Album klingt dennoch kein bisschen angestaubt und bestimmt nicht langweilig. Pluspunkte bekommt zudem die Produktion: Bemerkenswert rund abgemischt, ohne ansatzweise glatt zu klingen. Am 6. März ist die Band live im Wiener WUK zu erleben.

(Von Dyfed Loesche/dpa)