Ischgl: Black Eyed Peas spielten vor rund 15.000 Menschen

Black Eyed Peas geizte nicht mit Hits
Die Black Eyed Peas haben Dienstagnachmittag beim "Top of the Mountain Closing Concert" vor rund 15.000 Besucher:innen die Wintersaison im Tiroler Ischgl offiziell beendet.

Auf der 2.300 Meter hoch gelegenen Idalp kredenzte die Band aus Los Angeles zahlreiche, bestens bekannte Partykracher und geizte auch nicht mit Hits. Auch ohne die einstige Frontfrau Fergie zeigte man sich bestens eingespielt und in euphorischer Bühnenlaune, begleitet von üppigem Bass und Sonnenschein.

Wer im Vorfeld annahm, dass die Black Eyed Peas schon eher zum alten Popeisen gehören - schließlich liegen ihre Megaverkäufe und Megahits schon etliche Jahre zurück - der wurde in Ischgl eines Besseren belehrt. Die Band funktionierte nämlich nach wie vor bestens, agierte auf der Bühne überaus agil, glänzte ebendort mit messerscharfen Raps und überzeugte mit absoluter Hookline-Präzision. Auch die "neue" Sängerin - J. Rey Soul ersetzte bereits 2018 die einstige, langjährige Frontfrau Fergie - wusste in diesem Setting durchaus stimmgewaltig zu gefallen, wenngleich sie ihrer berühmten Vorgängerin nicht ganz das Wasser reichen konnte.

Doch das fiel nicht weiter ins Gewicht, dafür sorgte jedenfalls der perfekte austarierte Sound, der in den richtigen Momenten voll in die Magengrube schlug und in anderen Augenblicken wiederum leichtfüßig zum Mitsingen und Mitklatschen animierte. Diese Mischung aus absolut gewaltigen Tieftönen, gut gesetzten Sounds und treibenden Beats war genau das Richtige für den selbst gestellten Anspruch der Black Eyed Peas, die bekanntlich seit Jahren weniger hehre Kunst als breitenwirksame Partykost abliefern wollen, bei der dennoch niemand unter seinem Niveau tanzen muss.

Dieser Anspruch funktionierte im Ischgler Setting auf alle Fälle besonders gut, zumal das Publikum augenscheinlich nicht zum tiefgründigen Kunstgenuss hergekommen und angetreten war, sondern bevorzugt Alkohol und gute Laune im Schlepptau hatte. So fiel bereits der Opener "Let's Get It Started" auf fruchtbaren Boden und auch "Mamacita" oder "Pump it" wurden später eifrig betanzt und schließlich lautestmöglich beklatscht. Die Frontmänner will.i.am, apl.de.ap und Taboo reagierten diesbezüglich empfangsbereit und ließen sich von Beifall, Mitsingchören und Klatsch-Attacken anstecken. Solcherart freudig angestachelt wirkten ihre Raps und Gesangsparts fast noch infektiöser und waren somit eine Win-win-Situation für beide Seiten.

Aber auch Sängerin J. Rey Soul kam zu ihren groß angelegten Auftritten, etwa bei "Where Is the Love?" oder beim abschließenden "I Gotta Feeling". Was ihr an Stimmstärke zum Teil fehlte, machte sich mit Bewegungsfreude und Charisma wett. Auch die Begleitband, bestehend aus Schlagzeuger und Gitarrist, machte ihre Sache mehr als souverän. Solo-Eskapaden bleiben aus, man spielte songdienlich und setzte alles daran, die vier Frontakteure bestmöglich strahlen zu lassen.

Nach knapp 90 Minuten war dann schließlich Schluss mit der bestens geölten Partyhitmaschine, die sich über die Konzertdauer mehr und mehr warm gelaufen hatte und die gekonnt von Visuals unterstützt und atmosphärisch aufgefettet wurde. Der überaus kräftige Schlussapplaus - das Publikum wollte natürlich noch mehr - hatte allerdings nicht den gewünschten Effekt. Die Band verließ die Bühne freundlich dankend, aber ohne Zugabe.

(Von Markus Stegmayr/APA)

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