Prominente im Einsatz zur Rettung der Weiden für die Bienen

Sebastian Vettel lässt sich die Vorteile eines Bienehotels erklären
Weil in vielen Gärten nur Rasen und auf landwirtschaftlichen Flächen nur Monokultur gepflanzt wird, fehlt den Bienen die Blumenwiese als Weide. Die Initiative "BioBienenApfel" will die Artenvielfalt fördern und hat deshalb das Projekt "Digitalisierung der Blumenwiese" ins Leben gerufen, bei dem Anteile der Bewirtschaftung erworben werden können. Mit einer hohen Promidichte, die als Botschafter der Kampagne auftreten, wurde am Dach des Leopold Museums der Startschuss gegeben.

Opernsängerin Elina Garanca, Tennis-Profi Dominic Thiem, Formel 1-Fahrer Sebastian Vettel, Fußballtrainer Franco Foda oder die Sänger Andreas Gabalier und Lizz Görgl haben neben vielen anderen ihre Unterstützung zugesagt. Auch Pop-Sänger Sting und seine Frau Trudie Styler wollen sich dafür engagieren. Für Mezzosopranistin und Kammersängerin Garanca sei der Honig schon aus Berufsgründen sehr wichtig. "Natur ist für mich ein Wunder", sagte die Künstlerin, die aufgrund einer Stimmschonung und einer Meniskusverletzung nicht persönlich zur Präsentation erscheinen konnte, sondern aus Spanien zugeschaltet wurde. "Wir vergessen, wie aus einem kleinen Samen eine Sonnenblumen-Schönheit wird." In Spanien könne sie schon beobachten wie die Bienen "Orangen und Pflaumen befruchten", das Wissen über diese Vielfalt möchte sie auch ihren Kindern weitergeben.

Auch Sebastian Vettel, der sich bei der Präsentation über den Bau eines Bienenhotels informieren ließ, hat nun nach seinem Ausstieg aus dem Profisport Zeit, "den Dingen nachzugehen, die mich interessieren". Der vierfache Formel 1-Weltmeister hat schon vor einigen Jahren in seinem Garten eine Blumenwiese angelegt - "auch eine in Herzform", berichtete er. Es sei viel Arbeit, aber es mache auch viel Spaß, "zu sehen, wenn es blüht und lebt und brummt". Man solle wieder "Platz schaffen in einer Welt, die die Natur immer weiter zurückgedrängt hat". Ziel ist es, mit dem Projekt zehn Prozent Blumenwiese dort anzulegen, wo Monokultur herrscht.

Privatpersonen und Unternehmen können mittels Blockchain-Technologie, also eine kontinuierlich erweiterbare Liste von Datensätzen in einzelnen Blöcken, beteiligen, damit Flächen verpflichtend nachhaltig bewirtschaftet werden. Reale Flächen werden dabei in digitale Anteile aufgegliedert, erklärte Initiator Manfred Hohensinner, Gründer der steirischen Obst-und Gemüsefirma "Frutura". So werden zum Beispiel nach dem Startschuss bei der Therme Loipersdorf in der Steiermark 4,5 Hektar für die Bepflanzung zur Verfügung gestellt. Eine digitale Inhaberschaft mittels Vertrag basiert auf österreichischer Rechtsgrundlage. Je nach Flächenmodell können sich zum Start alle Interessierten zum Preis von ein bis zehn Euro je Anteil beteiligen. Das Projekt ist bereits eine Partnerschaft mit EU-Parlament eingegangen, weil es das Ziel ist, Europa bis 2050 klimaneutral zu werden, so EU-Abgeordneter Othmar Karas (ÖVP).

Schon vor zwei Jahren hatte Hohensinner durch eine Verteilaktion von kostenlosem Saatgut die Menschen dazu animiert, Wildblumen-Wiesen anzulegen. "Es ist unglaublich, was in letzten zwei Jahren passier ist", meinte er. "Aber es ist auch unglaublich, welche Geschwindigkeit der Klimawandel bei der Thematik Fahrt aufgenommen hat."

(S E R V I C E - Informationen über das Projekt unter https://biobienenapfel.deinbeitrag.com/)

Kommentare