"Simpsons"-Erfinder Matt Groening wird 70

Matt Groening mit der von ihm geschaffenen Familie
Auf der Suche nach Vornamen für seine Cartoon-Figuren schaute sich Matt Groening in der eigenen Familie um: Vater Homer und Mutter Margaret, also Marge, waren Namenspaten, ebenso seine Schwestern Lisa und Margaret (Maggie).

Und so wurden in den 1980er-Jahren "Die Simpsons" geboren. Nun wir ihr Erfinder, der US-Cartoonist Groening, am Donnerstag 70 Jahre alt.

Mit der gelben Familie aus der fiktiven Kleinstadt Springfield um den naiv-trotteligen Vater Homer, der in einem Atomkraftwerk arbeitet, die stets besorgte Mutter Marge, den kleinen Flegel Bart, Streberin Lisa und die ewig nuckelnde Maggie hat Groening Fernsehgeschichte geschrieben. Im Dezember 1989 strahlte der Fernsehsender Fox in den USA die erste halbstündige Simpsons-Folge aus. Im deutschsprachigen Raum liefen die "Die Simpsons" 1991 als Vorabendserie an (ORF und ZDF), drei Jahre später wechselten sie zu ProSieben. Das Erfolgsrezept sind abgründiger Humor und ein gnadenloser Blick auf die amerikanische Gesellschaft.

Am längsten laufende Primetime-Serie

2018 feierte die Produktion den Meilenstein als die am längsten laufende Primetime-Serie mit eigenem Drehbuch im US-Fernsehen - die "Simpsons" überholten damals mit ihrer 636. Folge die Westernserie "Rauchende Colts". Und es geht fröhlich-bissig weiter: im Jänner 2023 wurde die kultige Zeichentrickserie um eine 35. und 36. Staffel verlängert. Damit könnte es die preisgekrönte Show auf über 800 Folgen bringen. Bei der 75. Emmy-Verleihung im Jänner holten "Die Simpsons" ihre 37. Trophäe.

Groening zeichnete schon als College-Student. Sein schwarzhumoriger Comic-Strip "Life in Hell" schaffte es Ende der 1970er-Jahre in US-Zeitungen. Die Figuren mit ihren Alltagssorgen hatten bereits einiges von den Simpsons - von Glubschaugen bis zum Überbiss. Die Comics gefielen auch James L. Brooks. Der Fernsehproduzent und Regisseur ("Zeit der Zärtlichkeit", "Besser geht's nicht") suchte damals nach Pausenfüllern für die erfolgreiche "Tracey Ullman Show". Statt Sketchen aus seinem Comic erfand Groening gleich eine neue Familie: Die Simpsons. Die Ullman-Show wurde 1990 abgesetzt, doch da hatte der Sender Fox die schräge Hit-Familie schon zum eigenen Format gemacht.

Bekannte Gast-Stars mischten als gelbe Cartoon-Figuren bei den Simpsons mit, von Paul McCartney über Britney Spears, Werner Herzog und Stephen Hawking bis hin zum britischen Ex-Premier Tony Blair, oft sprachen sie die Rollen selbst. Als Groening 2012 mit einem Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood gefeiert wurde, zählte er einige prominente Serien-Gäste auf, darunter James Brown, Johnny Cash, George Harrison, Bob Hope, Michael Jackson, Jack Lemmon und Elizabeth Taylor - "und das sind nur die Toten", fügte er hinzu.

Groening ist auch Mit-Erfinder der bissigen Zeichentrick-Serie "Futurama". Das ironische Science-Fiction-Format dreht sich um die Abenteuer des 25-jährigen Pizzaboten Fry, der sich am 31. Dezember 1999 versehentlich selbst einfriert und 1.000 Jahre später in einer schönen neuen Welt aufwacht. Für Netflix schuf Groening 2018 die Fantasy-Trickserie "Disenchantment" über eine trinkfeste Prinzessin im mittelalterlichen Königreich Dreamland. Die Story gehe um "Leben und Tod, Liebe und Sex und darum, wie man das Lachen in einer Welt voll von Leiden und Idioten nicht verliert ...", beschrieb Groening den Inhalt in gewohnt beißendem Ton.

Aus zwei Ehen hat Groening neun Kinder. Auf der "Forbes"-Liste der weltweit bestverdienenden Entertainer landete der Comic-Autor im vorigen Jahr auf dem fünften Rang, gemeinsam mit dem "Simpsons"-Co-Produzenten James L. Brooks. Und geht es nach Groening, so wird diese Einnahmequelle nicht so schnell versiegen. Von der Zeitung "USA Today" 2021 gefragt, ob er an ein Ende der Hit-Show "The Simpsons" denke, sagte Groening: "Jedes Mal, wenn ich mir Gedanken über ein Ende der Show mache, dann regen sich die Mitarbeiter und die eingefleischten Fans sehr auf. So sage ich immer, dass kein Ende in Sicht ist."

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