"Sonne und Beton": Felix Lobrechts Jugend in Berlin verfilmt

Comedian Felix Lobrecht bei der Film-Premiere in Berlin
"Lass mich doch mal rein jetzt, Alter. Ich bin seit vier Jahren auf dieser bekackten Schule." Lukas steht vor dem Gebäude, aber die Sicherheitsleute lassen ihn nicht aufs Gelände, weil er seinen Ausweis vergessen hat. Also schwänzt er und gerät bald in eine Schlägerei, die fatale Folgen haben wird. Mit dieser Szene beginnt Felix Lobrechts Roman "Sonne und Beton". Und nun auch dessen Verfilmung, die nach der Berlinale-Weltpremiere am Freitag (3. März) in die Kinos kommt.

David Wnendt ("Er ist wieder da") führte Regie bei dem Projekt über vier Burschen, die in der Neuköllner Gropiusstadt aufwachsen. Der Film knallt ordentlich. Mit Cherry Coke, Tastentelefon und Aufnahmen aus der Zeit des damaligen deutschen Bundeskanzlers Gerhard Schröder bringt er die frühen 2000er zurück. Wie im Buch steht Lukas vergeblich vor seiner Schule, trifft danach andere Jungs und wird von Typen im Park zusammengeschlagen. Es fallen dann Sätze wie: "Hast du ma' Spiegel geguckt? Dein ganzes Gesicht ist zerfickt."

In rund zwei Stunden nimmt einen der Film mit zu zerrütteten Familien und ziellosen Männern, zu Hochhausschluchten und Hinterzimmerdeals, zu freundlichen und weniger freundlichen Menschen. Der Film ist dabei toll besetzt mit vier jungen Schauspielern. Und "Tatort"-Darsteller Jörg Hartmann spielt Lukas' Vater Matthias, der froh ist, bald als Hausmeister an der Universität arbeiten zu können, gerne Zeitung liest und oft sagt: "Der Klügere gibt nach."

Lukas' älterer Bruder hält das für einen weniger hilfreichen Satz und lebt stattdessen nach der Devise "Der Klügere tritt nach". Irgendwann kommen Lukas und die Jungs auf die Idee, in die Schule einzubrechen und die neuen Computer zu stehlen. "Sonne und Beton" ist ein Gesellschaftspanorama, das einen nachdenken lässt über soziale Gerechtigkeit und die Frage, wie sich Gewalt verselbstständigt.

Lobrecht ist vor allem als Podcast-Moderator ("Gemischtes Hack") und als Comedian bekannt. Der 34-Jährige ist mittlerweile so erfolgreich, dass sogar die "New York Times" über ihn geschrieben hat. Angebote, sein Buch zu verfilmen, gab es mehrere. Die Schwergewichte hätten deutlich mehr Geld als sie geboten, erzählte Produzent Fabian Gasmia bei der Berlinale. Lobrecht aber habe sich für ihr Angebot entschieden, weil er das Gefühl gehabt habe, dort werde der kompromissloseste Film daraus gemacht.

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