APA - Austria Presse Agentur

US-Amerikanerin Tricia Tuttle übernimmt Berlinale-Leitung

Die US-Amerikanerin Tricia Tuttle steht künftig an der Spitze der Berlinale. Die deutsche Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) stellte die frühere Chefin des London Film Festivals BFI am Dienstag in Berlin als neue Leitung der Filmfestspiele ab 1. April 2024 vor. Die kommende Berlinale ist vom 15. bis zum 25. Februar 2024 geplant und wird noch unter der Leitung von Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek stattfinden.

"Sie hat das London Film Festival während ihrer fünfjährigen Leitung mit einer Serien-Sektion, immersivem Film und einer stärkeren Publikums-Einbindung sowohl durch digitalen Zugang als auch durch Angebote im gesamten Vereinten Königreich erfolgreich neu aufgestellt", heißt es in einer Aussendung über Tuttle, die derzeit Head of Directing Fiction an der National Film and Television School (NFTS) ist. "Sie ist die richtige Wahl, um diese in eine erfolgreiche Zukunft zu führen."

Roth hatte vor einigen Monaten angekündigt, die Berlinale solle künftig nur noch von einer Person geleitet werden als Nachfolge für das bisherige Führungsduo aus Carlo Chatrian (52) und Mariette Rissenbeek (67). Chatrian zog daraufhin Konsequenzen und kündigte an, das Festival nach der Ausgabe 2024 zu verlassen. Rissenbeek hatte bereits zuvor ihr Ausscheiden angekündigt. Beide hatten ihren Posten offiziell im Juni 2019 angetreten. Erstmals in der Geschichte des Filmfestivals hatten sie als Doppelspitze übernommen, Chatrian die künstlerische Leitung und Rissenbeek die geschäftsführende Leitung.

Roth will die internationale Bedeutung der Filmfestspiele erhalten. Die Berlinale soll nach ihrer Vorstellung mit Cannes, Venedig oder Toronto in einer Liga spielen. Für die Nachfolge war eine Kommission unter Vorsitz von Roth auf der Suche nach einer geeigneten Person. Mit dabei waren auch Regisseur und Oscar-Preisträger Edward Berger ("Im Westen nichts Neues"), die Geschäftsführerin der Deutschen Filmakademie Anne Leppin, die Schauspielerin Sara Fazilat oder der Produzent Roman Paul. Zahlreiche Filmschaffende hatten Roth in Zusammenhang mit dem geplanten Führungswechsel kritisiert.