Mehr Konsens: So hat sich die Porno-Industrie seit #metoo verändert

Pornostar Angela White spricht über die Industrie nach #metoo
Der Porno-Star Angela White spricht über die Veränderungen in der Porno-Industrie seit #metoo. Konsens ist angesagt!

Eine der erfolgreichsten Darstellerinnen in der Porno-Branche ist Angela White. Die Australierin spielt bereits seit den frühen 2000ern in Pornofilmen mit und hat demnach viel Erfahrung in diesem Bereich gesammelt. Unzählige Mitwirkende hat sie kommen und gehen sehen sowie, wie sich die Branche in 20 Jahren verändert hat.

Was ist seit #metoo passiert?

Veränderung in der Porno-Industrie seit #metoo

Seit 2017 das Thema #metoo, rund um Macht-Dynamik und kriminelle Aktionen zwischen Produzenten und Frauen in Hollywood, aufkam, hat sich auch in der Porno-Industrie so einiges verändert. Die 37-jährige White spricht im Interview mit "The Sydney Morning Herald" darüber, welche Vorkehrungen zur Einhaltung von Consent eingeführt wurden.

Consent (zu Deutsch: Konsens) beschreibt laut "NHS" das Konzept, dass beide PartnerInnen sexuellen Handlungen vollends zustimmen.

Konsens-Checkliste

Laut White gäbe es mittlerweile sogenannte Konsens-Checklisten, die sicherstellen, dass die Grenzen eines Drehs für DarstellerInnen genau abgesteckt sind: "Also sage ich vielleicht, ich stimme heute Küssen zu, aber nicht auf meinem Ellbogen. Herumspielen mit den Nippeln? Ja, aber bitte kein Zwicken. Wenn jemand während einer Szene seine oder ihre Meinung ändert, dann kann man immer noch 'cut' rufen."

Bevor die Kamera läuft, wird jedes Detail mit einer Person der Produktionsfirma abgeklärt und die Checkliste durchgegangen. Dabei geht es wohl auch darum, sich rechtlich abzusichern.

Feminismus und Pornos

White selbst setzt sich außerdem stark mit Feminismus auseinander. Im Interview spricht sie darüber, dass sie selbst inkognito Gender Studies an der Melbourne Universität belegt hat, nachdem sie an der High School ein Opfer von Slut Shaming – einer Stigmatisierung von offen gelebter Sexualität – wurde. Sie wollte verstehen, wo die Argumente herkommen und wie Feminismus und die Porno-Industrie zusammenspielen.

Die #MeToo-Bewegung wurde 2017 im Zuge des Skandals um den Filmproduzenten Harvey Weinstein ins Leben gerufen. Der Ex-Hollywood-Star belästigte zahlreiche Frauen, einige von ihnen teilten mutig ihre schrecklichen Erfahrungen mit Weinstein, der anschließend im Gefängnis landete. Bis heute teilen UserInnen im Netz unter dem #MeToo ihre Erfahrungen mit sexueller Belästigung. 

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