Peter-Pan-Syndrom: Das sind die Anzeichen. 

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Leidet dein Gspusi am Peter-Pan-Syndrom? Das sind die Anzeichen!

Wenn dein Partner kindliche Verhaltensweisen zeigt und Verantwortung meidet, könnte er vom Peter-Pan-Syndrom betroffen sein.

Stell dir vor, ein Mann will nicht erwachsen werden und zeigt Verhaltensweisen, die man von kleinen Kindern kennt. Mit Schnuller im Mund, trotzig und nach dem Gameboy verlangend? Nein, nein, ganz so schlimm ist es nicht, aber die Richtung stimmt. Sträubt sich ein Mann insbesondere im Privatleben gegen Verantwortung sowie Verpflichtungen, will sich stets Unbeschwertheit bewahren und zeigt narzisstische Züge, dann könnte es sich um das Peter-Pan-Syndrom handeln. 

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Der Begriff geht zurück auf den Titel eines Ratgebers des Familientherapeuten Dan Kiley. Darin beschreibt Kiley anhand des fiktiven Charakters Peter Pans das Verhalten von Männern, die nicht erwachsen werden (wollen). Der Begriff des Peter-Pan-Syndroms hat sich über die Jahre durchgesetzt und mittlerweile etabliert. 

Peter-Pan-Syndrom: Die Anzeichen

Konkret kannst du das Peter-Pan-Syndrom an gewissen Anzeichen erkennen, die sich darin verdeutlichen, dass manche erwachsene Männer ein Problem damit haben, sich Emotionen, Verpflichtungen und Verantwortung (im Privatleben) zu stellen. Das "Online Lexikon für Psychologie & Pädagogik" nimmt Bezug auf Kileys Ratgeber und nennt folgende typische Symptome. 

  • Verantwortungsscheue: Verantwortung ist nicht wirklich ihr Ding. Sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich scheuen sich die Betroffenen vor Pflichten, Verantwortung, Konflikten und schieben Probleme und Aufgaben gerne vor sich her. 
  • Bindungsangst: Beziehung – ja oder nein? Er weiß es nicht. Fühlt sich der Betroffene aber in die Ecke gedrängt, so setzt ein Fluchtmechanismus ein. Die Angst vor Bindung oder Ablehnung ist stets präsent. Hinzu kommt, dass Männer, denen das Peter-Pan-Syndrom zugeschrieben werden kann, sich schwer tun, echte und tiefe Gefühle zuzulassen. 

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  • Einsamkeit: Echte, langjährige Freundschaften findet man bei Betroffenen kaum. Aus Angst vor der Einsamkeit schmeißen sie sich aber zur Ablenkung von einer unverbindlichen Freundschaft in die nächste. Sie können etliche Bekannte haben, die Beziehung zu den Personen ist aber meist nur von kurzer Dauer und von Oberflächlichkeit geprägt. 
  • Sexueller Rollenkonflikt: Der Wunsch, geliebt und angenommen zu werden, sowie der Sexualtrieb sind zwar vorhanden, mangelndes Selbstbewusstsein, Ich-Fixiertsein und auch Macho-Gehabe verhindern jedoch tiefgründige und langjährige Partnerschaften. Ähnlich wie bei den Freundschaften hüpfen Betroffene von einem Liebesabenteuer ins Nächste. 
  • Narzisstische Züge: Bei Männern, die vom Peter-Pan-Syndrom betroffen sind, steht eine Person ganz weit vorne in ihrem Leben – sie selbst. Nach außen strotzen sie vor Selbstverliebtheit, Egoismus und fühlen sich anderen überlegen. Was eigentlich dahinter steckt, nämlich unter anderem mangelndes Selbstbewusstsein, ist ihnen aufgrund fehlender Reflexion nicht bewusst.
  • Chauvinismus: Ein weiteres Anzeichen, welches für das Peter-Pan-Syndrom spricht, ist Chauvinismus. Jene Männer glauben, nicht nur anderen Menschen, sondern insbesondere dem anderen Geschlecht überlegen zu sein. Daraus können sexistisches Verhalten und toxisches Macho-Gehabe resultieren. 

Was tun, wenn er vom Peter-Pan-Syndrom betroffen ist?

Ähm, Füße in die Hand nehmen und weglaufen! Spaß beiseite. Zwar stecken Betroffene in einem Entwicklungsstadium fest und eine Bindung mit ihnen ist ganz gewiss nicht unproblematisch, jedoch handelt es sich hier nicht per se um einen schlechten Menschen. Sind dann noch Gefühle im Spiel, kann es einem schwerfallen, sich von der Person zu lösen. 

Bist du fest entschlossen, an der Liebe festhalten zu wollen, so können ruhige Gespräche über die Problematik Besserung verschaffen. An dieser Stelle ist allerdings Fingerspitzengefühl gefragt, denn der Betroffene kann sich schnell in seinem narzisstischem Selbstbild gekränkt fühlen und sich zurückziehen.

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Im Idealfall wird das Syndrom mit einer psychotherapeutischen Behandlung in Angriff genommen. Damit diese erfolgreich sein kann, muss der Betroffene aber die Störung selbst erkennen. 

Wenn du eine Therapie in Anspruch nehmen willst:

Unkompliziert zur telefonischen Erstberatung: Es gibt eine psychotherapeutische Erstberatungs- und Info-Hotline. Sie ist ein kostenfreies, vertrauliches, professionelles und anonymes Angebot.

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