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Wächst das weibliche Gehirn durch regelmäßigen Geschlechtsverkehr?

Eine neue Studie zeigt, dass Frauen, die häufiger Sex haben, ein größeres Gehirnwachstum aufweisen.

Kann Sex dazu beitragen, dass sich unser Gehirn besser entwickelt? Laut einer Studie der Charité Berlin sollen vor allem Frauen vom Geschlechtsverkehr profitieren. Denn die WissenschafterInnen haben eine Gehirnregion gefunden, die mit Berührungen im weiblichen Intimbereich verbunden ist. Dies wird auch als genitales Repräsentationsfeld bezeichnet.

Laut den Studienergebnissen soll dieses Feld bei Frauen, die häufig Sex haben, besonders ausgeprägt sein. 

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Je mehr Sex, desto größer die Gehirnregion

Die ForscherInnen untersuchten den Zusammenhang zwischen Berührungen im Intimbereich und der Entwicklung des Gehirns. Im Rahmen der Studie wurden die Klitoris von 20 Frauen im Alter zwischen 18 und 45 Jahren mit einem vibrierenden Gegenstand, der über ihrer Unterwäsche angebracht war, stimuliert. Währenddessen wurde ihr Gehirn gescannt, um die Auswirkungen zu beobachten. Zudem wurden die Probandinnen gefragt, wie oft sie im letzten Jahr Geschlechtsverkehr hatten. 

Während die Frauen in der Studie klitoral stimuliert wurden, wurde die somatosensorische Kortexregion des Gehirns aktiviert. Laut "DocCheck" ist dient dieser Bereich der "zentralen Verarbeitung der haptischen Wahrnehmung." Dort werden also Dinge verarbeitet, die wir visuell und sinnlich wahrnehmen. Die ForscherInnen maßen die Dicke dieses Hirnbereichs und stellten fest, dass sie bei Probandinnen, die mehr Sex hatten, größer war.

Die ForscherInnen konnten jedoch nicht feststellen, ob ein stärker entwickelter somatosensorischer Kortex zu mehr Geschlechtsverkehr anregt oder ob mehr Sex diese Hirnregion vergrößert. Die ExpertInnen gehen davon aus, dass eher Letzteres der Fall ist.

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Sex kann auch das Gedächtnis verbessern

Die bisherige Hirnforschung zeigt, dass bestimmte Teile des Gehirns umso mehr wachsen, je mehr sie benutzt werden. Das wurde unter anderem für den Hippocampus bestätigt. Diese Hirnregion ist für unser Gedächtnis zuständig. 

Wie "Zeit" berichtet, zeigte eine Studie des University College London, dass der Hippocampus von Londoner Taxifahrern ausgeprägter ist als bei anderen Menschen. Grund dafür ist unter anderem, dass sie sich die Stadtstraßen genau einprägen und durch dieses Wissen auch das Gehirn wächst. Jedoch ist unklar, ob das an der Verbindung zwischen bereits existenten Neuronen oder der Produktion von neuen Zellen liegt.

Auch Sex kann unsere grauen Zellen anregen: Bereits 2016 fanden WissenschaftlerInnen der kanadischen McGill University heraus, dass junge Frauen, die regelmäßig Sex haben, ein besseres Erinnerungsvermögen aufweisen als Frauen, die seltener intim wurden.

Aber auch Männerhirne profitieren vom Liebesspiel: Im selben Jahr fand eine Studie der Coventry University heraus, dass ältere Männer, die regelmäßig Sex haben, eine bessere "Gehirngesundheit" aufweisen. Zudem haben sie ein geringeres Risiko, ihr Gedächtnis zu verlieren.