Groundhogging könnte der Grund sein, warum du dich immer in den/die Falschen/Falsche verliebst.

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"Groundhogging" könnte der Grund sein, warum du Dauer-Single bist

Du gerätst beim Dating immer wieder an die falsche Person? Das Phänomen "Groundhogging" könnte die Ursache sein.

Viele Singles, die regelmäßig daten und anscheinend einfach nicht den/die Richtige finden, der/die ihnen in ihren Träumen vorschwebt, kennen das Szenario: Auf Dating-Apps wie Tinder, Bumble, Hinge und Co. hat man (mal wieder) eine Person gefunden, die rein optisch und von den Charaktereigenschaften ins Beuteschema passt.

Man trifft sich mehrmals und die Anfangsphase sieht vielversprechend aus – doch bereits da ist man skeptisch und wartet auf den großen Knall, der unser Herz zerbricht. Und wenn er tatsächlich wieder kommt, ist man frustriert und fragt sich: "Warum passiert mir das ständig? Warum kann es nicht einmal funktionieren?"

Hinter diesem Muster könnte der Dating-Trend "Groundhogging" stecken. Was es damit auf sich hat, erfährst du hier. 

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Was ist "Groundhogging"?

Laut "Zeitjung" verdankt das Dating-Phänomen seinen Namen dem Film "Groundhog Day", der im deutschsprachigen Raum unter dem Titel "Und täglich grüßt das Murmeltier" bekannt ist. Bill Murray spielt im Film einen egoistischen, zynischen und launischen Wetteransager, der in einer Zeitschleife festsitzt und denselben Tag immer wieder erleben muss, bis er bereit ist, etwas an sich zu ändern, damit er als geläuterter Mensch sein Leben fortsetzen kann. 

Und wie Murray im Film stecken auch viele PartnerInnensuchende in der Dating-Welt in einem Loop fest: Sie halten an ihrem Beuteschema bewusst oder unterbewusst fest und lassen sich immer wieder – erfolglos – auf den gleichen Typ Mensch ein, mit dem sie offenbar langfristig nicht harmonieren.

Man hofft, dass es dieses Mal anders ausgehen wird, doch die Realität sieht meist anders aus: Die anfängliche Begeisterung ist rasch verflogen und die Enttäuschung kommt in Lichtgeschwindigkeit angerauscht. Dating-Fails sind bei diesem Verhaltensmuster vorprogrammiert. 

Festes Beuteschema kann zu Frustration führen

Eric Hegmann, Paarberater und Parship-Coach, erklärt gegenüber "Bild der Frau": "Groundhogging ist zunächst, was wir im deutschsprachigen Raum 'Beuteschema' nennen. Das bedeutet, dass manche Singles trotz negativer Erfahrungen mit dem immer gleichen 'Typ' nicht von ihrem Beuteschema ablassen. Die Folge ist eine zunehmende Frustration, denn das, was längere Zeit nicht erfolgreich ist, wird nicht erfolgreicher dadurch, dass es immer wieder gemacht wird."

Der Paarberater schlussfolgert, dass es eine neue Strategie braucht, um in der Liebeswelt erfolgreicher zu sein. Konkret bedeutet das, über den Tellerrand hinauszuschauen und nicht vehement an seiner Idealvorstellung eines/einer Partners/Partnerin festzuhalten. Andernfalls steckt man womöglich in einem Teufelskreis fest. 

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Wie kann man den Teufelskreis durchbrechen?

Die Zauberformel lautet: Sich einlassen. Auf Neues, Anderes, Ungewohntes. Auf Personen, die nicht gänzlich dem Beuteschema entsprechen und versuchen, dem Ganzen eine Chance zu geben, auch wenn es sich anfangs seltsam anfühlt, weil die Person zum Beispiel "viel zu nett" ist. 

Das bedeutet nicht, dass ein Beuteschema per se schlecht ist. Jeder/jede hat gewisse Vorstellungen davon, wie das Gegenüber im besten Falle aussehen und sich verhalten sollte. Laufen die Dating-Erlebnisse jedoch seit längerer Zeit stets aufs Gleiche hinaus, so ist es ratsam, sich zumindest ein Stück weit von der Idealvorstellung zu lösen.

Wer beispielsweise auf den "Bad Boy" steht, der wird langfristig wohl eher kein Glück haben, was eine verbindliche Beziehung anbelangt. Wer sich also traut, feste Vorstellungen über Bord zu werfen und vom "Groundhogging" abzulassen, der/die könnte langfristig mit einer harmonischen Partnerschaft belohnt werden. 

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Und die Zukunftsaussichten sind in dieser Hinsicht vielversprechend. Laut einer Bumble-Umfrage wollen 38 Prozent der Partnersuchenden offener sein für Personen, die von ihren Idealvorstellungen abweichen. 63 Prozent aller Befragten möchten den Fokus auf emotionale Reife statt auf Optik legen. Der Trend nennt sich übrigens "Open Casting" und deutet darauf hin, dass Oberflächlichkeit im nächsten Jahr eine weniger wichtige Rolle spielen wird.