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Baby-Überraschung: Kann man trotz Periode schwanger sein?

Kann man trotz Periode schwanger sein? Dies lässt zumindest der Fall einer TikTokerin glauben, die trotz Menstruation schwanger war.

Wie der Fall von TikTokerin Nydia Vazquez aus den USA zeigt, gibt es sie wirklich: Die Fälle, in denen Frauen unbemerkt mehrere Monate lang schwanger sind. Wie es dazu kam? Vazquez hatte regelmäßig ihre Menstruation – zumindest dachte sie das – bekommen und keine Symptome einer Schwangerschaft gezeigt.

Doch nachdem ihre Schwester vorschlug, einen Schwangerschaftstest zu machen, weil sie in letzter Zeit "komisch" wirkte, bekam die TikTokerin einen Schock. Sie erklärte gegenüber "BuzzFeed", dass beim Frauenarzt festgestellt wurde, dass sie unbemerkt fast im sechsten Monat schwanger war. Das Video wurde über 8,6 Millionen Mal angesehen. 

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Schwanger trotz Periode und Pille?

"Alles, woran ich denken konnte, war: 'Heiliger Strohsack, ist das Baby okay? Was zum Teufel ist in den letzten fünf bis sechs Monaten wirklich passiert?", sagte Vazquez zu "BuzzFeed". Sie erklärte, dass sie in dieser Zeit ihr erstes Jahr als Lehrerin angenommen hatte und stark unter Stress litt.

Zudem ernährte sie sich nicht gesund und trank auch Alkohol. "Ich habe jeden Abend meine Antibabypille genommen und ich hatte immer noch meine Periode", stellte Vazquez fest. 

Die TikTokerin erzählte in einem Video, dass ihr/e ÄrztIn erklärte, dass eine Menstruation während der Schwangerschaft nicht möglich ist. Der Grund für ihre Blutungen soll ihre Antibabypille gewesen sein, die die TikTokerin regelmäßig einnahm.

Durch die veränderten Hormone wollte ihr Körper auf diese Art "mitteilen", dass sie aufhören sollte, das Verhütungsmittel einzunehmen. Dies ist auch als Schmierblutung bekannt. Vazquez erklärte, dass ihre Blutungen aufgehört hätten, nachdem sie ihre Antibabypille abgesetzt hatte.

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Es gibt keine Periode während der Schwangerschaft

Wie die Gynäkologin und Professorin an der Yale University of Medicine, Dr. Mary Minkin, gegenüber "BuzzFeed" erklärte, ist es relativ selten, dass so ein Fall wie bei Vazquez eintritt: "Ich kann die Leute beruhigen: Das ist sehr ungewöhnlich", sagte Dr. Minkin. "Wenn Sie Ihre Antibabypillen regelmäßig und jeden Tag zur gleichen Zeit einnehmen, liegt die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls (d. h. einer Schwangerschaft) bei etwa ein bis zwei Prozent."

Dr. Minkin weist darauf hin, dass die Menstruation durch den Entzug von Progesteron ausgelöst wird  – dabei handelt es sich um ein Geschlechtshormon, von dem schwangere Frauen sehr viel haben. 

Das bedeutet, dass eine "Schwangerschaft trotz Periode" einfach nicht möglich ist, weil es sich bei den Blutungen um kein herkömmliches Menstruationsblut handelt. 

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Starke Blutungen: Fehlgeburt und Eileiterschwangerschaft

Wie "NetDoktor" erklärt, kann ganz zu Beginn einer Schwangerschaft eine Einnistungsblutung auftreten. Diese wird ausgelöst, wenn sich die befruchtete Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut einnistet. Manche Betroffene nehmen die ungewöhnliche Regelblutung als normale Menstruation wahr und sind danach häufig überrascht, wenn dennoch ein Kind auf dem Weg ist. 

Blutungen während der Schwangerschaft sind nicht ganz ungewöhnlich, da sie mit der körperlichen Umstellung im Zuge der Schwangerschaft zusammenhängen können. Bei stärkeren Blutungen besteht jedoch die Gefahr einer Fehlgeburt oder Eileiterschwangerschaft – besonders wenn sich dazu noch Unterleibsschmerzen ankündigen. 

Deswegen ist es wichtig, dass schwangere Frauen jede Art von Blutungen mit ihren ÄrztInnen abklären. 

Dr. Minkin erklärte gegenüber "BuzzFeed", dass sogenannte "Überraschungsschwangerschaften" relativ selten sind und es deswegen wichtig ist, auf seinen Körper zu hören. 

Laut "NetDoktor" zählen zu den häufigsten Symptomen: 

  • Ausbleiben der Periode
  • Wachstum der Brust
  • Ziehen im Unterleib
  • verstärkter Harndrang
  • Heißhunger
  • Übelkeit und Erbrechen (besonders morgens)
  • Müdigkeit

Wenn man also einen Verdacht hat, dass eine Schwangerschaft besteht, sollte man einen Test machen. Sogenannte Frühtests können schon bis zu sechs Tage vor dem Ausbleiben der Regel durchgeführt werden. Diese sind meist in Drogerien erhältlich. Bei einem positiven Ergebnis oder anhaltenden Symptomen sollte ein/e ÄrztIn konsultiert werden.

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Das kann die Wirkung der Antibabypille beeinflussen 

Laut der Gynäkologin Dr. Mary Minkin gibt es einige Gründe, warum die Wirkung der Antibabypille aussetzen kann. Dazu zählt unter anderem, dass einige Frauen sie nicht regelmäßig einnehmen oder die Einnahme vergessen.

Doch auch Erkrankungen oder Medikamente können die Wirkung beeinflussen: "Manche Frauen nehmen Medikamente oder pflanzliche Produkte ein, die die Wirksamkeit der Pille beeinträchtigen können – wie zum Beispiel Johanniskraut", sagte Dr. Minkin. 

Auch das Gewicht kann die Wirksamkeit beeinträchtigen, so kann bei Frauen, die zwischen 80 und 90 Kilo wiegen, der Verhütungseffekt abnehmen.