Sexsomnia beschreibt eine Schlafstörung bei der die Betroffenen Geschlechtsverkehr im Schlaf haben.

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Sexsomnia: Sex im Schlaf, ohne es zu wissen? Das steckt dahinter!

Manche finden keinen Schlaf, andere haben Probleme wach zu bleiben und wieder wenige haben sogar Sex, während sie tief und fest schlummern.

Wichtig: Wie bei allen sexuellen Handlungen ist vor allem Konsens wichtig! Nur mit Einverständnis aller PartnerInnen kann der Geschlechtsverkehr auch wirklich Spaß machen!

Sexsomnia betrifft nicht jeden Menschen, doch diese Ausprägung von Schlafstörung kann sich sogar negativ auswirken. Schließlich hat man bei dieser Form der Parasomnie Geschlechtsverkehr, ohne bei Bewusstsein zu sein.

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Was ist Sexsomnia?

Die "Sleep Foundation" definiert Sexsomnia als "Schlaf-Sex". Es handelt sich um eine Störung, zu der zum Beispiel auch das Schlafwandeln gehört. Es werden sexuelle Handlungen von dem/der Schlafenden vollzogen, wie zum Beispiel Masturbation, sexuelle Bewegungen, aggressives Verhalten oder das Initiieren von Geschlechtsverkehr mit anderen.

Obwohl die Augen vielleicht offen sind und Geräusche abgegeben werden, schläft die Person jedoch tief und fest während dieser Aktivitäten. Sie kann sich in Folge auch nicht mehr an sexuelle Handlungen erinnern. In einer Untersuchung der "American Academy of Sleep Medicine" haben fast acht Prozent der SchläferInnen im Schlaflabor Anzeichen von Sexsomnia gezeigt.

Wobei es unterschiedlich starke Ausprägungen der Störung gibt – Männer sind eher betroffen als Frauen. So sollen sich Personen während einer Episode auch vom Charakter her anders verhalten, als diese es bei Bewusstsein tun würden.

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Freispruch wegen Sexsomnia

In diesem Zusammenhang erregte vor einigen Jahren auch ein sehr extremer Fall die Öffentlichkeit. Wie "Stern" berichtet, kam es in Großbritannien zu einem Zwischenfall: Ein erwachsener Mann wurde wegen Vergewaltigung einer 16-Jährigen angeklagt. Dieser wurde jedoch in Folge freigesprochen, da er belegen konnte, an Sexsomnia zu leiden.

Um dies zu beweisen, wurden die Ehefrau des Mannes und seine Ex-Lebensgefährtin befragt, die neben einer ärztlichen Diagnose, bezeugen konnten, dass dieser sich in der Vergangenheit an nächtliche Aktivitäten nicht mehr erinnern konnte und während des Geschlechtsverkehrs nicht bei Bewusstsein war. 

Auslöser für Sexsomnia

Aber was triggert diese Schlafstörung und gibt es Hoffnung auf Heilung? Laut den ExpertInnen von "Sleep Foundation" ist Sexsomnia eine ernstzunehmende Störung, die mit anderen Risikofaktoren auftritt, wie zum Beispiel:

  • REM-Schlaf-Störung
  • Krampfanfälle im Schlaf
  • Narkolepsie
  • Restless-Leg-Syndrom

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Es gibt verschiedene Trigger, die Sexsomnia auslösen können. Folgende Faktoren wurden im Schlaflabor eruiert:

  • Alkohol- oder Drogenkonsum
  • Stress oder Angststörungen
  • Depression
  • Schlafmangel
  • Fehlende Schlafhygiene
  • Schichtarbeit

Wer die Vermutung hat, selbst an Sexsomnia zu leiden, der solle auf jeden Fall ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Laut "Focus" können ExpertInnen einer betroffenen Person dabei helfen, die Auslöser und Ursachen der Störung herauszufinden, um diese schlussendlich in den Griff zu bekommen.

Wer Erfahrungen mit Gewalt oder sexuellen Übergriffen erlebt oder in der Vergangenheit erlebt hat, kann sich kostenlos und anonym an die Frauenhelpline gegen Gewalt 0800/222-555, www.frauenhelpline.at, an die Onlineberatung für Mädchen und Frauen im HelpChat, www.haltdergewalt.at, an die Frauenhelpline für gehörlose Frauen, www.oegsbarrierefrei.at/bmf/hilfseinrichtungen/ oder an die Männerberatungsstelle unter 0720 / 70 44 00, https://www.maennerinfo.at wenden.

Wer Selbstmordgedanken hat oder an Depressionen leidet, sollte sich an vertraute Menschen wenden. Oft hilft bereits ein einzelnes Gespräch. Wer für weitere Hilfsangebote offen ist, kann sich rund um die Uhr kostenlos unter der Rufnummer 142 an die Telefonseelsorge wenden. Sie bietet schnelle erste Hilfe an und vermittelt ÄrztInnen, Beratungsstellen oder Kliniken. www.suizid-praevention.gv.at