Die Spermaproduktion soll laut einer neuer Studie weltweit immer mehr sinken. Doch was ist der Grund dafür? 

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Sperma-Krise: Werden Männer immer unfruchtbarer?

Die Spermaproduktion soll laut einer neuer Studie weltweit immer mehr sinken. Doch was ist der Grund dafür?

Ist die Fortpflanzung der Menschheit in Gefahr? Einer israelischen Studie zufolge droht durch den Rückgang der Spermienzahl bei Männern eine Krise auf der ganzen Welt. Die Zahl der Samen dient nicht nur als Maß der menschlichen Fruchtbarkeit, sondern auch als Indikator, wie gesund Männer sind. 

Die Untersuchungsergebnisse wurden im Fachjournal "Human Reproduction Update" veröffentlicht. 

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Globale Krise durch weniger Sperma? 

Die StudienautorInnen analysierten Daten aus 53 Ländern über einen Untersuchungszeitraum von sieben Jahren (2011 bis 2018). Bei der Analyse konzentrierten sich die ExpertInnen auf die Entwicklung der Spermienzahl bei Männern in Regionen, die in früheren Forschungen nicht untersucht wurden – insbesondere Südamerika, Asien und Afrika.

Die Studiendaten zeigen erstmals, dass Männer in diesen Regionen einen "signifikanten Rückgang" der Gesamtspermienzahl und der Spermienkonzentration aufweisen. Es handelt sich um denselben Trend, der bereits in früheren Studien über Männer in Nordamerika, Europa und Australien festgestellt wurde.

Die Studie zeigt auch, dass sich der Rückgang der Spermienanzahl und -konzentration nach dem Jahr 2000 weltweit beschleunigt hat. "Insgesamt beobachten wir weltweit einen signifikanten Rückgang der Spermienzahl um über 50 Prozent in den letzten 46 Jahren (...)", erklärte Studienleiter Hagai Levine in einer Pressemitteilung.

Obwohl in dieser Untersuchung die Ursachen für den Spermien-Rückgang nicht analysiert wurden, betont der Experte, dass aktuelle Forschungen auf Störungen in der Entwicklung des Fortpflanzungstrakts während der fötalen Entwicklung hinweisen. Diese können einen Zusammenhang mit einer lebenslangen Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit und anderen Indikatoren für Fortpflanzungsstörungen aufweisen.

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Doch was könnte die fötale Entwicklung des Fortpflanzungstrakts beeinflussen? Dem Studienleiter zufolge kann diese vor allem durch den "Lebensstil und Chemikalien in der Umwelt" beeinträchtigt werden. 

Laut den ForscherInnen hängt der Rückgang der Spermienanzahl und -konzentration um mehr als ein Prozent pro Jahr auch mit einem erhöhten Risiko für chronische Krankheiten, Hodenkrebs und einer kürzeren Lebenserwartung zusammen. Auch die sinkende Fertilität von Frauen wird immer problematischer.  

"Wir haben es hier mit einem ernsten Problem zu tun, das das Überleben der Menschheit bedrohen könnte, wenn es nicht gelöst wird. Wir fordern dringend globale Maßnahmen zur Förderung einer gesünderen Umwelt für alle Arten und zur Verringerung von Belastungen und Verhaltensweisen, die unsere reproduktive Gesundheit gefährden", erklärte Levine.

 

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