Hört auf, wegen euren Hochzeiten so einen Aufstand zu machen!

Hört auf, wegen euren Hochzeiten so einen Aufstand zu machen!
Ein Hochzeitsgeschenk kostet einiges an Geld. Viele Paare übertreiben es dann noch zusätzlich mit Location und Dresscode.

Ich habe mir letztens keine Freund:innen gemacht, als ich über Menschen gelästert habe, die ihre Liebsten wegen ihrer Hochzeit nach Griechenland lotsen und weder Kosten für die Anreise, noch für die Unterkunft übernehmen. "Den Gäst:innen alles zu bezahlen – wie soll man sich das leisten?", lautete die entsetzte Frage einer Bekannten. Tja, für wen die Kosten für eine Traumhochzeit auf einer griechischen Urlaubsinsel zu hoch sind, muss es in meinen Augen eben bleiben lassen.

So hart das vielleicht klingt, aber niemand käme auf die Idee, eine Eigentumswohnung zu kaufen, ohne die erforderlichen Mittel dafür zu besitzen. Was ich damit sagen will: Die eigene Hochzeit sollte dem Budget entsprechen – und weder Freund:innen noch Verwandte in eine verzwickte Lage bringen. Nicht aufzukreuzen und abzusagen ist nämlich leichter gesagt als getan. 

Es ist vielleicht "Euer Tag", aber ganz ehrlich: Spätestens Ende Mai schreit mein Geldbörsel mindestens genauso laut nach Urlaub wie meine Seele. Alleine. Ohne Hochzeitsgesellschaft.

Wenn ich für die Hochzeit befreundeter Pärchen oder ein Polterwochenende verreisen muss und ein bodenlanges Kleid in Pastelltönen zu besorgen habe, das ich danach nie wieder tragen werde, ist definitiv eine Grenze erreicht. Ach ja, und dann wären da noch die Kosten für das Geschenk (das Ding, von dem alle sagen, dass es nicht notwendig sei, aber alle wissen, dass es genau das ist). 

Versteht mich nicht falsch: Ich weiß sehr wohl, was Hochzeiten kosten. Mit Geldgeschenken lassen sich diese Beträge wohl niemals aufwiegen. Spätestens jetzt sollte ich vielleicht erwähnen, dass ich eher Fan von kleinen, unkonventionellen Hochzeiten bin. Aber hey, das ist Geschmacksache. 

Fest steht, dass drei Hochzeiten und vier Babypartys im Jahr das Bankkonto von Freund:innen ziemlich leer räumen und sie diese Beträge niemals zurückbekommen werden, entschließen sie sich beispielsweise gegen die Ehe oder Kinder. Aber das ist eine andere Baustelle.

Jetzt zu den Fragen aller Fragen: Wie viel Bargeld schenkt man eigentlich dem Brautpaar? 

Wie viel Geld sollte man dem Brautpaar schenken?

Gerüchten zufolge sollen manche Hochzeitspaare tatsächlich die Höhe der Geldbeträge notiert haben, um entsprechenden Menschen später genau dasselbe zurückzuschenken. Ich bin mir wirklich nicht sicher, ob sich Bride- und Groomzilla dabei noch irgendwie über Geschenke oder ihre eigene Hochzeit freuen können. Der Sinn des Schenkens geht dabei komplett flöten, aber in manchen Einladungen wird der Wunsch nach Bargeld direkt geäußert.

Für all jene, die sich daran halten wollen: Als Richtwert kann die Größe der Hochzeit und die Kosten für das Brautpaar pro Person gelten. Wer also den ganzen Tag isst, trinkt, feiert und mit dem Taxi-Bus nach Hause kutschiert wird, sollte auch nicht zu knausrig sein. In meiner Bubble gelten 100 Euro pro Person als mehr als angemessen. Aber es liegt natürlich immer in eurem eigenen Ermessen.

Hallo, Single-Diskriminierung!

Was ich aber noch loswerden möchte: Unverheiratete Personen stehen oft am Ende der Kette der Hochzeitsmaschinerie. Während so manche Single-Tische beschämend besetzt werden (nein, Singles wollen nicht neben deiner zehnjährigen Cousine sitzen), wird ihnen manchmal nahegelegt, einen höheren Geldbetrag für die Hochzeit zu schenken. Schließlich muss der fehlende Part irgendwie aufgewogen werden, heißt es.

Ich frage hier nur mal zur Sicherheit nach: Welcher Part? Der, der einen leeren Stuhl hinterlässt? Der, der nicht isst und keinen einzigen Cocktail trinkt, weil es ihn schlichtweg nicht gibt?

Liebe Singles, lasst euch bloß nicht einreden, für eine Hochzeit 150 Euro zu spenden, während eure befreundeten Pärchen jeweils 100 Euro ausgeben. 

Hochzeitspaar verlangte von Gäst:innen 99 Dollar für das Dinner

Ja, ihr habt richtig gehört: In einem Subreddit teilte eine Userin vor einer Weile mit, dass sie auf einer Hochzeitseinladung gelesen habe, dass sich das zukünftige Paar "das Essen nicht leisten konnte, also wird es 99 US-Dollar pro Person kosten."

"Die Hochzeit ist vier Autostunden von uns entfernt und kinderfrei, also müssen wir für Benzin, Unterkunft, Outfits, Babysitter und unser Essen bei der Hochzeit bezahlen, lol", so die Reddit-Userin. Es werde auch keine offene Bar geben, heißt es. Stattdessen steht eine Box zur Verfügung, in die man Geld für das Hochzeitspaar werfen kann (für die Flitterwochen, versteht sich).

Ich bleibe dabei: Wer sich seine Hochzeit nicht leisten kann, seine Gäst:innen anschnorrt oder genau Buch darüber führt, wer wie viel für das Geschenk ausgegeben hat, hat den Sinn von Hochzeiten nicht verstanden. Nämlich, dass man seine Liebsten dazu einlädt, sich vor ihnen das JA-Wort zu geben. 

Wer sich Poltern auf Ibiza oder Heiraten auf Mauritius nicht für die ganze Truppe leisten kann, sollte den eigenen Traum nicht seinen Freund:innen und Verwandten aufschultern.

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