k meets Luisa – “Mein Leben als Escort-Girl” Teil 1/3

Luisa ist 25 Jahre alt, Studentin und arbeitet als High-Class-Escort-Girl in Wien. Im ersten Teil unseres dreiteiligen Interviews erzählt sie, wie sie dazu gekommen ist und was sie am Leben als Escort reizt.

k.at: Was reizt dich am Escort-Leben?

Luisa: Die schönen und entspannenden Dinge am Escorten sind, dass ich in eine Welt eintauchen kann, in eine sehr verruchte und verbotene Welt. Ich kann jemand sein und Dinge tun, die mir im normalen sozialen Umfeld niemand zutrauen würde. Ich kann in eine Rolle eintauchen. Natürlich darf ich nicht vergessen beziehungsweise bin ich mir bewusst, dass mir das Escorten eine schnelle und einfache finanzielle Sicherung gibt. Ich nicht mehr stundenlang nachts oder am Wochenende kellnern muss, oder Nachhilfe geben muss. Dass ich mit einem Date oder mit zei Dates wahrscheinlich genauso viel verdiene, als würde ich einen Monat lang hinter der Bar stehen, nachts.

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Wie bist du zum Escorten gekommen?

Ich bin vor einigen Jahren fürs Studium nach Wien gezogen und habe mich mit diversen Studentenjobs über Wasser gehalten und habe dann vor ungefähr zwei Jahren angefangen, als Escort zu arbeiten.

Diese Figur Luisa ist nicht von heute auf morgen entstanden, sondern das war eine sehr lange Entwicklung, das Ganze hat seinen Ursprung in einer Fantasie, die ich mit 21 hatte und ich habe mir oft abends vorgestellt, wie es wäre, für Sex bezahlt zu werden. Und natürlich ist in der Fantasie alles total toll, der Mann passt, das Hotel passt. Das, was im Hotelzimmer passiert, ist wunderbar. Ich habe mich dann online auf einer erotischen Plattform angemeldet und wurde dann, obwohl ich nie angegeben habe, dass ich finanzielles Interesse habe, von mehreren Männern angeschrieben, ob ich mich nicht für ein gewisses Taschengeld mit ihnen treffen würde. Zu Beginn hat mich dieser Gedanke wahnsinnig angeekelt und ich habe mir das nicht vorstellen können, außerdem hatte ich wahnsinnige Angst vor den Konsequenzen, die mich erwarten würden. Vor allem die psychischen Konsequenzen. Ich habe dann aber dort trotzdem jemanden kennengelernt, auf den ich mich ein bisschen eingelassen habe.

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Nachdem wir mehr als sechs Monate Mail-Kontakt hatten, habe ich mich dann doch überreden lassen, mich mit ihm in einem Stundenhotel zu treffen, was wahnsinnig aufregend war. Ich war damals wahnsinnig schüchtern, hatte noch nicht das Selbstbewusstsein, das ich heute habe. War noch nicht ganz im Reinen mit mir selbst, sowohl was meine Sexualität angeht als auch meine Optik, und wir haben uns dann verabredet für zwei Stunden in einem Stundenhotel. Er ist hereingekommen, ich kannte ihn vorher nicht, es war ausgemacht, dass wir bis zum Treffen keine Fotos austauschen. Ich meine, er kannte schon Körperfotos von mir, aber er kannte mein Gesicht nicht und zu meiner Überraschung war er sehr vertraut. Das lag wohl aber auch daran, dass wir uns davor viel schriftlich ausgetauscht haben.

Als ich dann nachhause fuhr in meine WG, bin ich als allererstes in die Dusche gesprungen und hab dort gewartet, so wie man es aus vielen Hollywood-Filmen kennt, dass irgendwas mit mir passiert, dass ich mich durch dieses Ereignis irgendwie verändere oder dass ich es bereue. Und heute kann ich sagen, dass ich so froh bin, dass sich nie etwas geändert hat, dass dieses Gefühl, dieses schlechte Schuldgefühl, bis heute ausbleibt.

Wie viele Dates hast du in der Woche?

Ganz unterschiedlich, natürlich ist das von mehreren Faktoren abhängig, von meiner Lust, von meiner verfügbaren Zeit, lustigerweise auch von der Jahreszeit. Bei 40 Grad Außentemperatur habe ich natürlich nicht so Bock, mich mit Männern zu treffen. Aber ich würde sagen in der Woche sind es ungefähr zwei bis drei Dates.

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