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Start-up-Gründerin aus der Ukraine: "Ich bleibe in Kiew!"

Sie gründete ein Food-Unternehmen, jetzt kocht sie für die Menschen vor Ort: Svetlana Kotenko aus Kiew hat viele Gründe, warum sie im Land bleibt.

Warum bleibt man in einer Stadt, die angegriffen wird? Wer Bilder aus der Ukraine sieht, bekommt nicht nur ein beklemmendes Gefühl, sondern kann vermutlich kaum glauben, dass dort Menschen weiterhin ausharren und versuchen, so etwas wie einen Alltag aufrecht zu erhalten.

Svetlana Kotenko ist eine von ihnen. Die 39-Jährige hat mit ihrem Bruder Sergii vor knapp zehn Jahren ein Start-up gegründet. Die Geschwister boten mit den Unternehmen Foodex and iceFood gesundes Essen an – jetzt kochen sie mit einem Team 1.500 bis 2.000 Portionen pro Tag für Freiwillige, PolizistInnen, Feuerwehrleute und andere Menschen vor Ort.

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Food-Start-up kocht für bis zu 2.000 Menschen in der Ukraine

Als der Krieg ausbrach, war plötzlich unternehmerisches Umdenken gefordert: Zwei Tage vor der russischen Invasion in der Ukraine genoss Svetlana Kotenko noch die Sonnenaufgänge in der Dominikanischen Republik. Als sie zurückkehrte, lag kein Stein mehr auf dem anderen. 

Sie entschloss sich gemeinsam mit ihrem Bruder das Unternehmen solange aufrecht zu erhalten, wie es möglich ist. Ihr Bruder muss nicht in der Armee dienen, kann also die Firma weiterhin unterstützen. Jetzt konzentrieren sich die beiden darauf, Hilfe zu leisten und Menschen mit Mahlzeiten zu versorgen. Auch lokale LandwirtInnen versuchen weiterhin, das Unternehmen mit Produkten zu beliefern. Die erschwerten Bedingungen halten alle MitarbeiterInnen nicht davon ab, weiterhin Essen zu kochen. Die Arbeit in der Küche während des Krieges aufrecht zu erhalten, ist für sie eine große Herausforderung. 

Menschen in der Ukraine: Unternehmerin Svetlana Kotenko macht weiter

"Ich habe eine Menge Freunde im Ausland, aber ich habe mich trotzdem entschieden, in Kiew zu bleiben. Ich habe mein Team, meine Familie und meinen Bruder hier, der auch mein Business-Partner ist", erklärt Svetlana Kotenko. "Das ist mein Beitrag, den ich leisten kann: für die Menschen zu kochen", so die 39-Jährige.

In einem YouTube-Video zeigt sie die Küche, in der in diesen Tagen das Essen für bis zu 2.000 Menschen gekocht wird. Das Team besteht derzeit aus 20 Personen, die zum Teil im Lager schlafen: "Wir haben uns alle hier versammelt, hier können wir zusammen sein und uns gegenseitig beschützen", erzählt sie im Video. 

Lage in der Ukraine: "Es ist wie in einem Horrorfilm"

Ihre Eltern seien ebenfalls hier, was die beiden Geschwister beruhigt. "Es ist wie in einem Horrorfilm", schildert sie die Lage. "Wir wurden aus dem Leben gerissen. Drei Tage vor der Invasion war ich noch am Strand. Es fühlt sich wie in einem Videospiel an", so die Unternehmerin.

"Einige unserer Köchinnen und Köche haben Söhne, die jetzt Soldaten sind", fährt sie fort. Sie würden all ihre positive Energie in das Kochen der Gerichte stecken und seien in Gedanken bei ihnen, so Kotenko. Es ist nicht erlaubt, Fotos von draußen zu zeigen. "Es sieht aus wie in einem Kriegsfilm", beschreibt sie die nähere Umgebung.

 

Svetlana Kotenko

Alle Beteiligten wollen ihre Fähigkeiten und Ressourcen nutzen, um zu helfen: "Wir haben Essen in unserem Lager, also haben wir entschieden für Leute zu kochen, die Essen brauchen", erklärt die Unternehmerin ihr Vorhaben. Jetzt habe sie ein großes Netzwerk hinter sich. Neue MitarbeiterInnen und Freiwillige kümmern sich unter anderem um die Logistik. 

Sowohl die LandwirtInnen, also auch das Start-up selbst sind auf finanzielle Hilfe angewiesen. Aus diesem Grund wurde ein Spendenkonto auf Gofundme eingerichtet. 

Das Geld wird vor allem für die Lebensmittel benötigt, aber auch die Verpackung ist wichtig. Im Video zeigt die Unternehmerin nicht nur die riesigen Töpfe, die für die Lieferung vonnöten sind, sondern auch eine spezielle Verpackung, die kleinere Portionen frisch hält. 

Ihr könnt das Projekt finanziell unterstützen!

Hier könnt ihr auf Gofundme für das Projekt spenden:
www.gofundme.com