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Chatgruppe mit Judenwitzen: Uni Wien und ÖH erstatten Anzeige

Mit Witzen über den Holocaust, Vergewaltigung und behinderte Menschen sowie Hetze gegen Minderheiten haben sich Studenten der Physik-Fakultät der Universität Wien anscheinend ihre Zeit vertrieben. Am 22. November hat deshalb die HochschülerInnenschaft (ÖH) der Uni Wien bei der Staatsanwaltschaft eine Sachverhaltsdarstellung eingebracht. Nun hat auch das Uni-Rektorat Anzeige erstattet.

"Eine Universität darf kein Vernetzungsort von Rassist_innen, Sexist_innen und Faschist_innen werden", betont Zissi Fritsche (Grüne und Alternative StudentInnen/GRAS) am Montag in einer Aussendung. An der Uni Wien ortet sie ein "strukturelles Problem" und fordert von dieser Maßnahmen, um die Verbreitung solcher Ideologien künftig zu verhindern. So sollten etwa Lehrende vor den Vorlesungen betonen, dass die Uni ein diskriminierungsfreier Raum ist, so Fritsche zur APA. In der ÖH Uni Wien fühlt man sich an den Skandal rund um Funktionäre der VP-nahen AktionsGemeinschaft (AG) am Juridicum vor zwei Jahren erinnert, wo in geheimen Chatgruppen antisemitische und menschenverachtende Witze ausgetauscht worden waren. Die Staatsanwaltschaft hat damals schlussendlich auf eine Anklage verzichtet.

"Die Universität Wien ist ein Ort demokratischer Grundwerte, an dem Rassismus, Sexismus und Diskriminierung jeder Art keinen Platz hat", heißt es auf APA-Anfrage aus dem Rektorat der Universität zum aktuellen Fall. Alle Angehörigen der Uni seien dementsprechend dazu aufgefordert, "für demokratische Grundwerte unserer freien und offenen Gesellschaft einzutreten und zum respektvollen Miteinander beizutragen". Nach der Aufregung um einen Studenten, der vor etwa einem Monat mit einer Waffe Physik-Vorlesungen besucht hat und zuvor in Sozialen Netzwerken Gewaltfantasien geäußert haben soll, sei der Dekan der Physik-Fakultät bereits seit Wochen aktiv und vermittle etwa gezielt bei Besuchen von Erstsemestrigen-Lehrveranstaltungen, welche Werte an der Uni Wien einen Platz haben und welche nicht.

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