Instagram @rebeccachelbea

Wiener Influencerin über Belästigung und Täter-Opfer-Umkehr

Die Influencerin Rebecca Chelbea spricht über Belästigung, Täter-Opfer-Umkehr und Toxic Positivity.

Die Wiener Influencerin Rebecca Chelbea sprach am Wochenende auf Instagram über ihre Erfahrungen mit sexueller Belästigung, Catcalling und fehlender Zivilcourage. Die Bloggerin war mit dem Skateboard in Wiens Innenstadt unterwegs und sei von einem Mann bedrängt worden – so sehr, dass sich die 29-Jährige gezwungen fühlte, eine stark befahrene Straße zu überqueren. 

In einem IGTV-Video erzählt sie genauer über den Angriff, der sich in zahlreiche Vorfälle einreiht, die die Influencerin bereits erlebt habe: "Ich bin es leid, dass mir Männer tagtäglich ihre Macht demonstrieren", schreibt Rebecca Chelbea unter das Video.

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Zudem sei fehlende Zivilcourage ein großes Problem in Wien: "Es haben einfach so viele weggeschaut", erzählt die Influencerin. Obwohl sie sich offensichtlich gegen den Mann verteidigt habe, sei ihr niemand zur Seite gestanden.

Das Video wurde zahlreich geteilt und zog viele Reaktionen nach sich. Bestärkende Kommentare, Betroffenheit und Mitgefühl machten sich in der Kommentarleiste breit. Allerdings berichtet Rebecca Chelbea auch über eine Täter-Opfer-Umkehr:

"Ich bin es leid, dass man die Schuld bei mir, also Frau, sucht, anstatt Männern beizubringen, wie sie sich zu verhalten haben, damit sich Frauen sicher fühlen. Ich bin es leid, dass Täter entschuldigt werden und Opfer nicht ernst genommen", schreibt die Influencerin.

In einem Nachfolge-Video nahm sie dazu noch einmal genauer Stellung.

Toxic Positivity: "Meditier doch mal"

Wie die 29-Jährige berichtet, ging das Victim Blaming noch einen Schritt weiter: Die Influencerin solle "mehr Yoga machen" oder "mehr meditieren", um Negatives weniger "in ihr Leben zu ziehen", hieß es oftmals in den Kommentaren. "Man kann Sexismus nicht wegmeditieren", stellt die 29-Jährige klar. 

Sie solle selbstbewusster durch die Straßen gehen, lautete ein weiterer "Tipp", den die Influencerin ebenfalls zurückwies: "Es ist so toxisch, wie sehr der Fokus auf dem Opfer liegt." Die Wienerin wurde sogar wegen ihres Kleidungsstils angegriffen: "An alle, die meinten, ich kleide mich wie eine Nutte und müsste damit rechnen, belästigt zu werden – ich lasse mir meine Freiheit nicht nehmen."

Sie sei allerdings dankbar für den Support, den sie aus der Community erfahren habe: "Ich hätte mir die Unterstützung auch in der echten Welt gewünscht."

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