TikTok-Liste über Konsum von LGBTIQ-Content – nun hagelt es Kritik

Pride-Flagge
TikTok soll eine interne Liste von Nutzer:innen geführt haben, die LGBTIQ-Content auf der Plattform konsumierten.

Ein ehemaliger Mitarbeiter der Kurzvideoplattform TikTok gab dem "Wallstreet Journal" gegenüber bekannt, dass eine unternehmensinterne Liste existierte, welche für mindestens ein Jahr zugänglich gewesen ist. Besagte Liste war mit Einträgen von Nutzer:innen gefüllt, die LGBTIQ-Content auf der App gesehen hatten. Diese soll zu Zwecken der Analyse von Engagement und Trends angelegt worden sein. Mitarbeiter:innen sollen bereits 2020 Bedenken geäußert haben, die Daten könnten zweckentfremdet werden.

Warum will TikTok wissen, ob ich LGBTIQ-Content schaue?

TikTok erfragt bei der Registrierung natürlich nicht, welche Sexualität jemand hat, wenngleich das für den Algorithmus sicher vorteilhaft wäre. Der öffentliche Aufschrei wäre jedoch berechtigterweise zu laut. Warum würde eine Firma wie TikTok sowas überhaupt wissen wollen? Ganz einfach, je mehr TIkTok & Co. über uns wissen, genauer gesagt jener Algorithmus hinter "deinem Feed", desto besserer Content kann dir vorgeschlagen werden, du bleibst länger in der App, sie verdienen mehr Geld.

Warum TikTok Content mit dem Tag "LGBTQIA+" extra kategorisiert, ist nicht genau bekannt. Ein:e Sprecher:in der Plattform erklärte, dass TikTok keine persönlichen Daten wie sexuelle Orientierung oder ethnische Zugehörigkeit von Nutzer:innen erhebe. Weiterhin bestätigte sie, dass es sich hierbei nur um gespeicherte Interessen handelt, nicht um persönliche Zuschreibungen. Das muss TikTok auch sagen, denn alles andere wäre nicht DSGVO-konform.

Die für TikTok sprechende Person erklärte weiterhin, dass es zu befolgende Protokolle gab, welche den Zugang zu den Daten nur autorisierten Mitarbeiter:innen ermöglichte. Mittlerweile sollen die Daten gelöscht worden sein. TikTok sieht sich durchgehend mit Misstrauen konfrontiert, was die Datensicherheit der Applikation angeht. Mittlerweile darf besagte App auf Diensthandys österreichischer Minister:innen auch nicht mehr installiert werden. Währenddessen ist in den USA schon seit längerem ein komplettes Verbot der App im Gespräch.

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