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Die schwule Datingshow von RTL soll "kein Trash-TV" werden

Das schwule Pendant zum "Bachelor" soll noch dieses Jahr kommen – allerdings nur auf der Stramingplattform TVNOW.

Queer liegt offenbar im Trend: Erst kürzlich hatte ProSieben angekündigt, mit "Queen of Drags" noch diesen Winter das erste deutschsprachige Casting-Format für Dragqueens auszustrahlen. Die Besetzung von Heidi Klum als Chef-Jurorin stimmte die Community allerdings nicht gerade positiv – es hagelte Straightwashing-Vorwürfe, sogar eine Petition für eine Neubesetzung der Jury wurde ins Leben gerufen.

Und nun also RTL. Wie kürzlich bekanntgegeben wurde, plant der Sender die erste Gay-Datingshow im deutschsprachigen Raum. Die Castings dafür laufen derzeit, Kandidaten im Alter zwischen "Mitte 20 und Ende 30" können sich bewerben. "Prince Charming" soll im November zu sehen sein – allerdings nicht regulär im Fernsehen, sondern nur auf der sendereigenen Streamingplattform TVNOW (die man übrigens auch gratis nutzen kann, sofern man ein paar Werbeunterbrechungen erträgt).

Sichtbarkeit ist wichtig, doch birgt eine solche Show – insbesondere dann, wenn es die erste ihrer Art ist – auch viele Risiken. Schweift die Darstellung der auftretenden Männer etwa in negative Stereotype ab, könnte das der Community am Ende sogar eher schaden als nutzen.

Die MacherInnen der Sendung versichern allerdings, dass es sich bei "Prince Charming" um kein klassisches Trash-Format handeln soll. Gegenüber dem Berliner Radiosender blu.fm verraten die Verantwortlichen der Produktionsfirma Seapoint: "Die Sendung meint es ernst. Natürlich wird das auch eine Unterhaltungsshow, aber es wird kein Trash-TV. Wir wollen niemanden vorführen und wir wollen auch wirklich nur Kandidaten, die eine Beziehung suchen, nicht Männer, die einfach nur ins Fernsehen wollen." Soso – dieselben Leute stecken übrigens auch hinter dem "Sommerhaus der Stars".

Ob "Prince Charming" am Ende tatsächlich dazu beiträgt, mit festgefahrenen Klischees aufzuräumen, bleibt abzuwarten. So viel ist sicher: Ob RTL jetzt hetero- oder homosexuelle Paare verkuppelt, ist eigentlich auch schon egal – am Ende landen die sowieso im Dschungel.

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