Screenshot via Instagram @freddiebentleyofficial | ITV

Ein Influencer findet, wir sollten nicht mehr über den Zweiten Weltkrieg reden

Das Wissen über den Krieg sei für Jugendliche belastend, so der Instagrammer in einem Fernsehinterview.

Als der 22-jährige Freddie Bentley kürzlich zum Interview im britischen Frühstücksfernsehen geladen war, war der Shitstorm quasi vorprogrammiert.

Im Vereinigten Königreich wird gerade heftig darüber diskutiert, wie gut sich junge Menschen mit Geschichte auskennen, nachdem die KandidatInnen der Reality-Sendung "The Apprentice" offenbar so gar keinen Plan davon hatten, wann der Zweite Weltkrieg stattfand.

Aus diesem Anlass holte man sich für eine Debatte bei "Good Morning Britain" zwei Interviewpartner mit unterschiedlichen Ansichten. Am einen Ende des Meinungsspektrums: Der ehemalige oberste Schulinspektor Englands, Sir Michael Wilshaw, der sich wenig überraschend für höhere Bildungsstandards aussprach. Und dann eben Freddie Bentley, seines Zeichens Influencer und ehemaliger Teilnehmer der britischen Reality-Show "The Circle", der eine eher kontroverse Position bezog.

Bentley ist nämlich der Meinung, junge Menschen über den Krieg und seine Ausmaße zu unterrichten, würde sie nur traurig stimmen und könnte sich im schlimmsten Fall negativ auf die psychische Gesundheit von Millennials auswirken.

"Der Zweite Weltkrieg war offensichtlich eine schwierige Situation, und ich möchte nicht, dass jemand denkt, ich wäre respektlos", so Bentley, "aber es gibt so viele andere wichtige Dinge in der Welt, die ein der Schule nicht behandelt werden, wie zum Beispiel Brexit."

Bentley glaube nicht, dass es irgendetwas besser mache, wenn man Kindern erzählt, wie viele Millionen Menschen im Krieg gestorben sind – dieses Wissen sei viel Druck und "einfach so intensiv". Er wünsche sich mehr Unterrichtsgegenstände, die im späteren Leben mehr Relevanz haben, anstatt "an der Vergangenheit festzuhalten." Zwar solle Geschichte nicht ganz aus dem Unterrichtsplan gestrichen, aber reduziert werden, um so für wichtigere Dinge Platz zu schaffen.

Die negativen Kommentare ließen natürlich nicht lange auf sich warten. "Wer ist dieser Idiot, der behauptet, die Geschichte des Zweiten Weltkriegs könnte psychische Probleme auslösen?", "Manche haben es heutzutage einfach zu bequem", auch homophobe Beleidigen im Zusammenhang mit seinen Aussagen finden sich zuhauf in den Kommentaren auf seinem Instagram-Profil.

Bentley selbst rechtfertigt sich in einem Posting: "Mein Punkt ist, Geschichte sollte in Maßen unterrichtet werden, um psychische Gesundheit zu fördern." 

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