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"Gib einen Scheiß auf die Wissenschaft": Fäkalienfotos sollen KI füttern

Die erste Kack-Datenbank der Welt braucht deine Hilfe.

Kein Scheiß: Das Gesundheitsunternehmen Seed will Fotos deiner Haufen. Unter der stabil benannten URL seed.com/poop wird man aktuell dazu aufgerufen, buchstäblich einen Scheiß zu geben, indem man seinen Stuhlgang fotografiert und einsendet. (Aufrufen muss man die Website dazu allerdings auf dem Smartphone, weil wer nimmt schon seinen Laptop mit aufs Klo?)

Was erst mal schwer nach Koprophilie riecht, dient in Wahrheit natürlich der Wissenschaft: In Zukunft soll Künstliche Intelligenz nämlich imstande dazu sein, Bilder von menschlichen Fäkalien so zu entziffern, dass bestimmte Krankheiten wie Morbus Crohn oder Reizdarmsyndrom sofort erkannt werden.

Um die KI dahingehend zu trainieren, braucht es allerdings erst eine umfangreiche Kot-Datenbank. Die ForscherInnen hinter dem Projekt berichten gegenüber "The Verge", dass man anfangs zwar versucht habe, die sieben Kackwurst-Typen der Bristol'schen Stuhl-Skala mithilfe von Knetmasse nachzubilden, aber nun mal nichts über echte Exkremente geht.

seed.com/poop

Tatsächlich soll die Datenbank eine Art Open-Source-Tool für WissenschafterInnen werden und auf lange Sicht PatientInnen mit chronischen Darmkrankheiten dabei helfen, die Auswirkungen ihrer Ernährung und ihres Lebensstils besser zu verstehen.

Und die Kacke ist am Dampfen: In den USA leidet jeder fünfte Mensch an einer Darmkrankheit, Tendenz steigend. In Österreich gibt es rund 80.000 Betroffene, wobei die Erkrankung oft zu spät diagnostiziert wird. Also hört auf, euch über jeden Scheiß aufzuregen, und gebt lieber einen Scheiß auf die Wissenschaft.

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