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Shirin David, Loredana & Co.: Die erfolgreichsten Frauen im Deutschrap

Gib ihm: Deutschrap ist dank diesen Künstlerinnen längst kein männerdominiertes Genre mehr.

Lange Zeit galt Deutschrap als männerdominiertes Genre – denn auch, wenn es schon immer Frauen wie Sabrina Setlur im Rapgame gab, waren es meist Männer, die als Rapper durchstarteten. Das hat sich in den letzten Jahren geändert.

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Im vergangenen Jahrzehnt gelangten Rapperinnen auch international zu Weltruhm, nachdem Vorgängerinnen wie Lil’ Kim, Missy Elliott und Lauryn Hill den Weg geebnet hatten – allen voran Nicki Minaj und Cardi B. Fast zehn Jahre ist Nickis Debüt “Pink Friday” inzwischen alt, seither brach sie zahlreiche Rekorde – sie gilt als die kommerziell erfolgreichste Rapperin aller Zeiten.

2017 startete Cardi B mit ihrem Hit “Bodak Yellow” durch, für ihr Album “Invasion of Privacy” gewann sie den Grammy für das beste Rap-Album. Sie war die erste Solo-Künstlerin, die diesen Award gewann – und die erste Rapperin seit 15 Jahren, die in der Kategorie nominiert wurde.

Sieht man sich die Themen an, die Nicki und Cardi in ihren Lyrics behandeln, wird schnell klar, dass Parallelen zu Deutschrapperinnen wie Shirin David und Loredana bestehen: Es geht um Selbstbestimmung, Männer, Sexualität, Geld. Auch bedienen sich die Stars einer ähnlichen Ästhetik: Shirin Davids Video zu “Gib ihm”, das über 56 Millionen Aufrufe auf YouTube zählt, könnte genauso gut eine Single von Nicki Minaj untermalen.

Shirin Davids Debütalbum “Supersize”, das im Jahr 2019 veröffentlicht wurde, erreichte schnell den ersten Platz der deutschen Charts – das schaffte sie als erste Solo-Deutschrapperin. Nur Tic Tac Toe konnten zuvor als weiblicher Rap-Act ebenfalls ein Nummer-Eins-Album verbuchen. Sie ist außerdem die erste Deutschrapperin, die mit zwei Solo-Singles Platz Eins der deutschen Charts erreichen konnte.

Auf Instagram zählt Shirin David 5,4 Millionen AbonnentInnen. Zum Vergleich: Capital Bra, der bislang mehr Nummer-Eins-Hits als die Beatles landen konnte, folgen 4,2 Millionen Fans auf Instagram.

Auch Shirin Davids Kollegin Loredana ist einer der größten weiblichen Namen im Deutschrap. Die gebürtige Schweizerin wurde durch ein Lip-Sync-Video bekannt – 2018 veröffentlichte sie ihr erstes Musikvideo zu “Sonnenbrille”, das auf YouTube über 60 Millionen Mal aufgerufen wurde. Im September 2019 erreichte sie mit “Kein Plan” zum ersten Mal den ersten Platz der deutschen Charts. Auf Instagram folgen ihr 2,8 Millionen Fans.

Die Rapperinnen Juju und Nura bildeten früher das Duo SXTN, seit 2018 sind die beiden solo unterwegs. Juju landete im August 2018 mit “Melodien”, auf dem sie gemeinsam mit Capital Bra zu hören ist, in Österreich, Deutschland und der Schweiz auf Platz Eins. 2019 feierte sie mit “Vermissen” einen weiteren Nummer-Eins-Hit. Im Jänner 2020 veröffentlichte sie gemeinsam mit Loredana die Single “Kein Wort”, die in Deutschland und Österreich die Charts anführte.

Was die US-amerikanischen mit den Künstlerinnen eint, die auf Deutsch rappen, ist wohl ihr Selbstverständnis. Und während Cardi B dieses Empowerment mit Zeilen wie “I don't dance now / I make money moves” beschreibt, sagt Shirin David in einem Interview mit “Vogue”: “Uns Frauen wurde viel zu lange gesagt, wie wir uns zu benehmen haben.”

Wenn Männer auf sexuelle Art und Weise rappen dürfen, dann sollen auch Frauen das dürfen, so Shirin David: “Es ist so toll zu sehen, wie Frauen wie Lizzo mit all diesen Regeln brechen.” Mit ihrer Musik und ihren klaren Ansagen wolle sie das Selbstbewusstsein junger Mädchen stärken.

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