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Ständig am Handy: Bist du von "Phubbing" betroffen?

Eine Studie zeigt, dass depressive oder ängstliche Menschen eher dazu neigen, ihre FreundInnen mithilfe des Handys zu ignorieren.

Du kennst sicher die Situation, wenn du mit deinen FreundInnen oder deinem Schatz beim Abendessen sitzt und dein Gegenüber andauernd auf das Smartphone starrt. Anstatt aufzupassen, kommt alle zwei Minuten die Frage: "Was? Um was geht's gerade?" Dieses unhöfliche Phänomen wird "Phubbing" genannt. 

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Was bedeutet "Phubbing"? 

Wie "Welt" erklärt, leitet sich der Begriff "Phubbing" von dem englischen Verb "to snub" (zu Deutsch: vor den Kopf stoßen) ab. Dabei ersetzt man jedoch den Anfangsbuchstaben mit einem P für "Phone".

"Phubbing" beschreibt also, dass man sein Gegenüber mit dem Smartphone vor den Kopf stößt, da man sich mehr mit seinem Handy anstatt mit dem/der GesprächspartnerIn beschäftigt. 

Depressive und ängstliche Menschen neigen eher zu "Phubbing"

Ist das TikTok-Video wirklich wichtiger als das Gespräch mit FreundInnen oder Familienmitgliedern? Für manche Personen scheint es so und das kann schwerwiegende Folgen für zwischenmenschliche Beziehungen haben. 

Das zeigen ForscherInnen der University of Georgia, die herausgefunden haben, dass vor allem bestimmte Persönlichkeitsmerkmale und die psychische Gesundheit beim "Phubbing" eine Rolle spielen. Besonders Menschen, die unter Depressionen oder Angstzuständen leiden, neigen eher zu "Phubbing". Betroffene scheinen das "Phubbing" vorzuziehen, da sie besser mit virtuellen anstatt realen Kontakten zurechtkommen.

Laut den WissenschafterInnen scheint "Phubbing" immer mehr zuzunehmen, deswegen untersuchten sie in ihrer Studie die negativen Seiten der Handynutzung, wie beispielsweise eine Smartphone-Sucht. Laut den ForscherInnen ist bei einigen Betroffenen der Drang, andauernd Benachrichtigungen überprüfen zu müssen, besonders problematisch.

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Kompromissbereitere Menschen vermeiden "Phubbing"

Interessanterweise stellte das ForscherInnenteam fest, dass es ein bestimmtes Persönlichkeitsmerkmal gibt, das bestimmen kann, ob jemand seine FreundInenn mit dem Smartphone ignoriert oder nicht. Menschen, die sehr kompromissbereit sind, neigen weniger zu "Phubbing". Wer kompromissbereiter ist, ist auch gegenüber seinem Umfeld höflicher und freundlicher.

Laut den ExpertInnen kommt es jedoch immer häufiger vor, dass "Phubbing" in größeren Menschengruppen auftritt. Doch auch hier steigt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person aus der Gruppe dieses Verhalten anprangert und kritisiert – wesentlich häufiger als bei Treffen, die nur zu zweit stattfinden. 

Die Professorin für Kommunikationswissenschaft Jennifer Samp ist der Meinung, dass das unhöfliche Phänomen in den kommenden Monaten und Jahren noch häufiger auftreten wird. Laut Samp ist vor allem die Corona-Pandemie schuld, da wir aufgrund von Homeoffice und -schooling sowie Social Distancing mehr auf unsere Online-Geräte angewiesen sind. 

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Professionelle Hilfe

Wer Selbstmordgedanken hat oder an Depressionen leidet, sollte sich an vertraute Menschen wenden. Oft hilft bereits ein einzelnes Gespräch. Wer für weitere Hilfsangebote offen ist, kann sich rund um die Uhr kostenlos unter der Rufnummer 142 an die Telefonseelsorge wenden. Sie bietet schnelle erste Hilfe an und vermittelt ÄrztInnen, Beratungsstellen oder Kliniken.