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Life
01/29/2019

Eine Studie zeigt das veraltete Frauenbild von Influencerinnen

GRL PWR! Oder doch lieber kochen, schminken und shoppen?

Alles wie immer: Scrollt man durch den eigenen Insta-Feed, sieht man massenhaft hübsche junge Frauen, die sich perfekt schminken, ihre neueste Foodporn-Kreation zeigen oder ihr tollstes #ootd präsentieren – nur, um im nächsten Posting zu “GRL PWR!” aufzurufen.

Das mag auf den ersten Blick ganz normal und zeitgeistig scheinen, ist bei genauerer Betrachtung jedoch problematisch. Laut einer repräsentativen Studie, für die 1000 YouTube-Kanäle und 2000 Videos untersucht und 14 YouTuberinnen interviewt wurden, orientieren sich junge Frauen und Mädchen auf Instagram und YouTube nämlich weitestgehend an veralteten Rollenbildern: Kochen, Shoppen, Schönsein – das klingt so gar nicht emanzipiert, oder?

Laut der Studie zeigen sich Frauen auf den erfolgreichsten YouTube-Kanälen meist im privaten Raum, geben Make-up-Tipps und sprechen mit ihren Followern darüber, was sie am liebsten basteln und kochen. Männer hingegen beschäftigen sich auf ihren Kanälen mit viel mehr Themen und greifen so ziemlich alles ab: Comedy, Politik, Entertainment.

Maria Furtwängler, deren Stiftung die Studie in Auftrag gegeben hat, erklärte in einem Interview, dass sich Männer mehr Ausdrucksmöglichkeiten zunutze machen würden als Frauen: "Die können erstens dünn sein, dick sein, lustig sein, klug sein, die können Entertainment machen, die können auch Beauty machen, die können aber auch Politik und Comedy machen.”

Auf Instagram seien vor allem Frauen erfolgreich, die dem gängigen Schönheitsideal entsprechen, wie eine Studie zeigt, die vom Internationalen Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen des Bayerischen Rundfunks durchgeführt wurde. “Sie sind dünn, langhaarig und beschäftigen sich hauptsächlich mit den Themen Mode, Ernährung und Beauty”, heißt es dort.

Wer jetzt denkt, die Frauen seien selbst schuld, wenn sie sich nur mit althergebrachten und typisch weiblichen Themen beschäftigen, macht es sich zu einfach. Die YouTuberinnen, die für die eingangs genannte Studie interviewt wurden, sprachen von Hürden, die es erschweren würden, diese Themen hinter sich zu lassen und sich beispielsweise mit Politik zu beschäftigen. Eine der Befragten sagte: “Eine starke Meinung schmälert deinen finanziellen Wert.” Denn eine starke Meinung bringt online nicht nur erhöhtes Risiko in Hinsicht auf Kooperationen mit sich, sondern auch Hasskommentare und Shitstorms.

Und als wäre das alles nicht schon problematisch genug, bestätigt die Studie auch erneut, dass InfluencerInnen von Jugendlichen als enorm wichtige Vorbilder angesehen werden. Auch Furtwängler ist angesichts der Ergebnisse ratlos, wie sie erklärt: "Die Studienergebnisse haben uns vor eine Reihe von Fragen gestellt, auf die wir als Feministinnen zunächst keine Antwort haben.”

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