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Corona: Von der Pandemie zur Endemie? Was hat das mit dem "Ende" zu tun?

Endemie: Der Virologe Christian Drosten spricht von einem Wandel in der Corona-Pandemie. Was bedeutet "Endemie" per Definition?

Sätze und Phrasen wie "Das Ende der Pandemie" oder "Wir werden mit dem Virus leben müssen" hat man in den letzten Monaten ein bisschen zu oft gehört. Irgendwie will das Ganze einfach nicht aufhören und wir wollen hier euren Optimismus ja nicht zerstören, aber der Herbst hat noch nicht mal begonnen.

Jedenfalls gibt der Virologe Christian Drosten ein bisschen Hoffnung. Warum? Er spricht in der "Zeit" über eine neue Coronaphase, in die wir bald eintreten könnten: die Endemie.

Die sei laut dem Virologen für Großbritannien zumindest zum Greifen nah. Deutschland sei noch ein Stück davon entfernt. Einige Länder könnten es diesen Herbst und Winter schon schaffen. Aber was heißt "Endemie" eigentlich? Ist es das "End"e der Pan"demie"?

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Was ist eine Endemie?

Vereinfacht gesagt kann die Endemie mit dem Satz "Wir haben gelernt, mit dem Virus zu leben" umschrieben werden. Das Coronavirus zirkuliere dann einfach dauerhaft als Erreger und sorge dann lokal weiterhin für Ausbrüche. Das Ganze kann man sich so vorstellen wie die Grippe. Wir denken hier an das Wort "Grippezeit".

Coronaviren sollen vielleicht eines Tages nur noch Erkältungen verursachen

Es soll sich demnach einpendeln: Menschen sind durch Immunität durch Ansteckung oder Impfung geschützt und andere stecken sich wiederum an, die weniger Immunität aufweisen. Aber was ist mit den vielen Hospitalisierungen?

"Ich gehe davon aus, dass Sars-CoV-2 sich auf Dauer so verhalten wird wie die anderen endemischen Coronaviren", erklärt Christian Drosten. Diese wären nach und nach abgeschwächt und würden nur noch leichte Erkältungen verursachen. Ganz sicher ist sich der Virologe aber dabei nicht, "genauso wenig wie alle anderen WissenschaftlerInnen", so Drosten. 

Eine leichte Erkältung... das klingt angesichts der derzeitigen Lage utopisch. 

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Hohe Impfquote wichtig

In Großbritannien hätten sich viel mehr Menschen impfen lassen. Außerdem hätten sich die BritInnen aber auch vermehrt mit dem Virus angesteckt, meint Drosten. Zur Info: In Großbritannien haben über 66 Prozent beide Teilimpfungen erhalten.

Dabei sei die "Nachdurchseuchung" ein wichtiger Schritt in Richtung Endemie meint der Virologe, die er für die BritInnen für diesen Winter erwartet. Die Rede ist von der Ansteckung mit dem Coronavirus nach der Durchimpfung. Man wird sehen, ob Großbritannien nach diesem Winter tatsächlich von einer "Endemie" sprechen kann.