Eine Influencerin will gratis Hochzeitsbilder und der Fotograf erteilt ihr eine sensationelle Abfuhr

Hochzeiten können sehr teuer werden. Das wissen auch InfluencerInnen, weshalb manche versuchen auf dreiste Weise Kosten zu sparen.

Brautkleid, Blumen, Dekoration, Location, Catering, Hochzeitsempfang, Musik und dutzende andere "Kleinigkeiten" sind für eine "perfekte" Hochzeit essentiell. All diese Sachen kosten Geld. Es ist daher natürlich verständlich, dass Brautpaare die Gesamtkosten minimieren wollen, ohne auf Qualität zu verzichten. Dabei wird auch schon mal auf kreative (und das meinen wir ironisch, denn eigentlich sind es dreiste) Methoden gesetzt. In England wollte eine Braut für ihre 2021 geplante Hochzeit ein Foto-und Videopaket kostenlos bekommen, ganz nach dem Motto, dass die schönsten Dinge im Leben gratis sind. Die Influencerin, die sich als ausgefeilte Geschäftsfrau entpuppte, kontaktierte über ihre "Managerin" das Fotografen-Duo Laura Dunning und Frankie Lowe von "Betrothed&Co."

Sie wollte aber nicht bezahlen und machte ihnen ein Gegenangebot: Sie würde Posts auf ihren Social-Media-Kanälen für ihre FollowerInnen teilen. Durch ihre Managerin gab die Influencerin ihre Bedingungen für eine "Zusammenarbeit" bekannt: "Vor der Hochzeit hätte meine Klientin gerne eine Art Dokumentations-Video über die Vorbereitungen (eine Stunde lang) und Fotos von den Anproben, die mit ihren Followern geteilt werden könnten. Am Tag der Hochzeit hätte sie gerne ein Video, mit dem der ganze Tag dokumentiert wird (muss eine Stunde oder länger sein) und ein Paket, das in etwa 1000 Bilder beinhaltet. Als Gegenleistung wäre sie bereit, Ihr Unternehmen intensiv bei ihren Followern auf Instagram und Facebook (kombiniert in etwa 55.000) zu bewerben. Inklusive Story-Shout-Outs und das Angebot eines Rabattes von mindestens 25 Prozent auf Ihre Pakete." Um die Fotografin und den Fotografen unter Druck zu setzen, informierte man sie, dass die gleiche E-Mail an vier weitere Unternehmen versendet wurde, weshalb eine rasche Rückmeldung von Vorteil sein könnte. Nur zur Info: Den Preis für die Leistungen schätzen Dunning und Lowe zwischen 3.000 und 4.000 Pfund.

Dreiste Frage, dreiste Antwort

Dunning und Lowe konnten nicht anders, als der Managerin eine von Sarkasmus triefende Antwort zu senden. "Wie Sie mit Sicherheit wissen, sind 55.000 normalerweise nicht das Level an Following, mit dem man sich um einen Warenaustausch im Gesamtwert von etwa drei- bis viertausend Pfund bewerben kann, besonders, wenn man noch in Erwägung zieht, dass es Bots und doppelte Accounts gibt und nicht alle Follower unserer Zielgruppe entsprechen werden." Sie würden das Angebot annehmen, wenn die Influencerin in den nächsten zwei Jahren bis zu ihrer Hochzeit die Zahl ihrer FollowerInnen bis auf eine halbe Million ankurbeln könnte. Sonst müsste sie die Kosten für ihre Bilder und Videos jedoch selbst tragen. Den Vorschlag, 25 Prozent Rabatt auf alle Buchungen zu erhalten, die durch diese "Zusammenarbeit" entstanden wären, lehnten die beiden ab: "Bislang war es immer so, dass Empfehlungen und Promotionen von wertvollen Klienten dazu geführt haben, dass wir unsere Preise ein wenig anheben konnten, aber es ist nützlich zu wissen, dass die Verbindung mit ihrer Klientin automatisch zu einem Wertverlust eines Produktes, das wir jahrelang aufgebaut haben, führt." Sie fühlen sich geehrt, dass man ihre Kunst und ihre Professionalität so schätzt, dass das selbe Angebot an weitere Unternehmen geschickt wurde.

Schlechtes Gewissen machen

Die Managerin antwortete darauf, dass die Mutter ihrer Klientin an Krebs erkrankt sei und dass das Fotografen-Duo gemein sei. Sie sollten ihr nicht mehr schreiben, sonst würde sie die beiden öffentlich bloßstellen. Doch Frankie Lowe konterte auch auf diese E-Mail. Nachdem er die Grammatikfehler der Managerin kritisierte, legte er mit seinem Anliegen los. Die Möglichkeit mit prominenten Persönlichkeiten zusammenzuarbeiten haben sie verspielt. "Wir werden das jetzt mit Fassung tragen und müssen hoffen, dass wir unser Unternehmen irgendwie wiederaufbauen können", schrieb Frankie Lowe zurück. Er drückte sein Beileid für die Mutter, die an Krebs erkrankt ist, aus, da auch seine Mutter vor 15 Jahren an dieser Krankheit verstorben ist. "Trotzdem wundere ich mich sehr, dass Sie diese Information nutzen, um mir damit ein schlechtes Gewissen zu machen, da Sie diese Information vorher nie erwähnt haben. An Ihrer Stelle hätte ich das sofort gesagt, da es zahlreiche Geschichten von Hochzeitsfotografen gibt, die Ihre Arbeit für Familien von Menschen mit unheilbaren Krankheiten komplett umsonst angeboten haben." Das seien die einzigen Umstände bei denen FotografInnen ihre Zeit umsonst hergeben würden. Für Frankie Lowe wäre diese Information eher der Grund gewesen die Arbeit umsonst zu machen, statt das Angebot Instagram-Posts für seine Dienste zu erhalten. Für diese Antwort wird der Fotograf im Netz gefeiert.

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